Dr. Mümmelmann muss ran

Krankheiten, teilweise mit Erfahrungsbericht:

 

 

 

Von oben nach unten

  • Quarantäne
  • Pododermatitis und Zeh- Amputation mit Fotos
  • Magenüberladung/ Aufgasung mit Röntgenaufnahme und Foto
  • Durchfallerkrankungen
  •     Würmer
  •     Kokzidien
  •     Hefen
  •     Bakterielle Infektionen des Darms
  • Abszesse am Kiefer und Zahnfehlstellungen mit Fotos
  • Myxomatose Erfahrungsbericht mit Fotos
  • E.Cuniculi mit Fotos
  • Otitis mit Fotos
  • Milben
  • Hitzschlag
  • Entzündete Augen
  • Harnwegserkrankung

 

 

Quarantäne

Grundsätzlich gilt: Bevor du ein neues Tier in deinen Stall setzt, muss sichergestellt sein, dass es gesund ist und nichts einschleppt.

Es gibt Krankheiten, die eine Inkubationszeit von ca 10 Tagen haben, bevor sie sich zeigen.

Ein Neuzugang sollte geimpft werden, sofern dies nicht aktuell der Fall ist. Kotproben bringen Aufschluss über Parasitenbefall.

Ist das Tier sicher Parasitenfrei, geimpft, kastriert (Kastrationsfrist beachten!) und verhält sich normal? Dann darf es zu anderen Artgenossen gesetzt werden.

Je nachdem, woher das Tierchen stammt, kann hier individuell entschieden werden. Wenn ein Kaninchen aus schlechter bzw. unbekannter Haltung kommt, ist Vorsicht geboten. Hygiene ist in der Quarantänestation sehr wichtig.

Mit der Quarantänemaßnahme kann also eine Ausbreitung ansteckender Krankheiten auf gesunde Tiere verhindert werden. Etwas weniger Patz und einige Tage Einzelhaft, sind in diesem Zusammenhang entschuldbar.

Wenn ein Impfpas

Auf das Thema Quarantäne wird unter mehreren Punkten auf dieser Homepage eingegangen.


Pododermatitis und Zeh-Amputation

Pododermatitis entsteht meistens durch unvorteilhafte Untergründe, auf denen das Kaninchen läuft, wie z.Bsp. synthetische Teppiche oder Fliesen. In dem unten gezeigten Fall handelt es sich um ein Tier, das lange Zeit in einer Buchte saß. Es wurde von einer lieben Freundin aufgenommen. Da es sich erstmal an die Freiheit und an Bewegung gewöhnen musste, reagierte die Haut an den Füßen extrem stark. Das Tier wurde mit speziellen, selbstklebenden Salbenverbänden (siehe Foto ), Antibiotika, Schmerzmitteln, Pfotenspray und Fußbädern gegen die Entzündungen behandelt, bis die Wunden verheilt waren. Verwendet wurde u.a. Canosept Wundspray für Hunde, Kernseife, Bepanthen, Zinksalbe und Manuka Honigsalbe. Mehr dazu kannst du auf www.kaninchen-clan.de lesen. Saskia hat auf ihrer Homepage über die aufwändige, lange Behandlungsdauer geschrieben. Sie hatte wirklich eine Engels- Geduld. Update: Dem Kaninchen mit der Pododermatitis geht es wieder richtig gut.

 

Ein amputierter Zeh ist auf dem Fpto unten rechts zu sehen. Im Kampf, hat mein Bubi sich den Zeh gebrochen. Der Knochen begann, sich durch die Haut nach außen zu drücken. Das führte zu einer starken Entzündung. Amputation und längere Zeit der Behandlung mit Antibiotika ( Marbocyl ) sowie Schmerzmittel waren unumgänglich. Bubi sollte erstmal einige Tage auf sauberem Untergrund sitzen. Draußen, im Rindenmulch sind viele Keime. Mein armes Häschen hat sich kaum etwas anmerken lassen, obwohl es starke Schmerzen gehabt haben muss. Ein leichtes Anziehen der Pfote hat mich irgendwann aufmerksam gemacht, als es schon recht arg war. Das Tier hatte später keine Probleme mehr, durch den fehlenden Zeh.


Magenüberladung/ Verstopfung

 

Das Röntgenbild zeigt eine schlimme Magenüberladung. Meine Ingeborg musste deshalb stationär in der Tierarztpraxis behandelt werden. Lies dazu das Gesundheitstagebuch . Dort habe ich den kompletten Verlauf und die Behandlung mit Dimeticon, welches ich mehrfach täglich gegeben habe und Bauchmassagen beschrieben. Ein unbehandeltes Tier würde wahrscheinlich elendig sterben. Die Magenüberladung machte sich durch apathisches Verhalten bemerkbar. Inge hatte so starke Schmerzen, das sie sich einfach hängen ließ, als ich sie hochnahm. Ein stationärer Aufenthalt in der Tierklinik war notwendig. Eine Magenüberladung kann z.B. durch hastiges Fressen, quellendes und schwer verdauliches Futter oder Haarballen im Magen zustande kommen. Bei einer Magenüberladung verbleibt der Nahrungsbrei im Magen und es bilden sich Gase, die nicht entweichen können. Diese drücken auf die Lunge und das Herzchen und verursachen extrem starke Schmerzen. Das Tier zieht sich zurück und bewegt sich kaum mehr. Die Tiere können unter Umständen ihre normale Temperatur nicht halten und der Kreislauf kann versagen. Durch Zwangsernährung kann der ohnehin überfüllte Magen reißen. Deshalb ist der Zustand durch eine Röntgenaufnahme unbedingt genau zu klären, bevor gepäppelt wird. Der Tierarzt wird Dimeticon zum Auflösen der Gase, Schmerzmittel, kreislaufstabilisierende Infusionen und Mittel zur Anregung der Darmtätigkeit verabreichen. Vorsichtige Bauchmassagen können zudem Linderung verschaffen. Eine Wärmequelle ist bei Untertemperatur sehr wichtig. Die normale Körpertemperatur liegt beim Kaninchen bei ca. 39 Grad Celsius. ( Beim Messen der Temperatur kommt das Thermometer meist nur auf ca 38 Grad, da man nicht sehr tief im Darm messen kann, sondern nur ganz am Ende.)

 

Bild unten: Köttelkette, die zu Verstopfung führen kann, wenn sie nicht ausgeschieden wird. Langhaarrassen sind besonders betroffen. Bei der Fellpflege werden die Haare verschluckt und führen zu Verdauungsproblemen. Etwas Speiseöl (1ml), Anti Hairball Paste oder Malzpaste kann helfen, damit das Tier den Kot besser absetzen kann. Wenn nichts geht, bring das Kaninchen bitte unbedingt zum Tierarzt. Durch Haarballen können sich schlimme Gasansammlungen im Magen bilden, wie oben beschrieben.


Durchfall, ein Symtom für diverse Erkrankungen

 

Durchfall ansich ist ein Symtom, für eine mögliche Vielzahl an Erkrankungen.

Die Symtome der verschiedenen Magen- und Darmerkrankungen, ähneln sich meistens.

 

Hygiene im Gehege ist natürlich grungsätzlich wichtig. Im Fall einer Erkrankung ist Sauberkeit von ganz besonderer Bedeutung.

Aber dennoch kann es immer mal vorkommen, dass trotz penibler Reinlichkeit Parasiten o.a. auftauchen. Woher kommt sowas?

Die Eier, bzw Larven verschiedener Parasiten kann man sich schon mit dem Frischfutter aus dem Supermarkt oder von der Wiese einschleppen. Über die Ausscheidungen infizierterTiere im Gehege, ist es leicht möglich, dass alle Anderen sich anstecken. Bakterien können ebenfalls über das Wasser, über kontaminierte Gegenstände, Futter und alle möglichen, anderen Wege in den Stall und somit in unsere Tiere gelangen. Man ist also nie sicher, vor Infektionen. 

Es gibt viele Faktoren, die zu einer Vermehrung unerwünschter Gäste noch maßgeblich beitragen.

 

Ursachen für Durchfall und Verdauungsprobleme:

  • Es kann eine Infektion mit Endoparasiten,Pilzen oder Bakterien etc. verantwortlich sein.
  • Aber auch eine Futterunverträglichkeit
  • beispielsweise bei Futterumstellung 
  • oder ein Gendefekt, wie das Megacolon- Syndrom. Betroffene Tiere, sind wahrscheinlich ihr leben lang beeinträchtigt.
  • Eine Zahnerkrankung kann ausserdem Durchfall verursachen. Da die Nahrung ggf. nicht richtig zermahlen wird, wird der Darm stärker belastet. Evtl bitte ein Röntgenbild zur Klärung anfertigen lassen.
  • Schlechte, einseitige Ernährung, evtl durch nur Trockenfutter
  • Stress durch Ortswechsel
  • Stress durch Vergesellschaftung
  • Stress durch Verlust des Partners
  • Stress durch Operationen und Schmerzen oder auch
  • zu wenig Platz, schwächen den Körper.  Krankmachenden Keimen oder Parasiten, stehen Tür und Tor offen. Der Organismus kommt auf einmal nicht mehr ausreichend dagegen an und die Krankmacher vermehren sich explosionsartig.
  • Nach einer Antibiotika- Behandlung kann es zu Durchfällen kommen, denn die gesunde Darmflora leidet zwangsläufig mit. Diese muss unbedingt wieder aufgebaut werden.   

Idealerweise gibt man schon während der Gabe von Antibiotika, zusätzlich  Prä/ Probiotika- Präparate, wie

zum Bsp. Propre Bac, Bene Bac. Gerne noch einige Tage darüber hinaus.

Auch gesunden Tieren kann man effektive Mikroorganismen geben, um den Darm zu stärken, wie z.Bsp. Probiotix. Der Markt hat inzwischen einige, gute Mittelchen, zur Unterstützung der Verdauung zu bieten.

Diese Produkte enthalten zum einen GUTE Bakterien, die den Darm wieder neu besiedeln, um die Verdauung aufrecht zu erhalten.

Zum anderen enthalten sie Lebensmittelbestandteile, die die Aktivität und das Wachstum dieser guten Bakterien fördern.

 

Durchfall dehydriert und schwächt die Kaninchen und ist bedrohlich. Die Ursachen für die gestörte Verdauung, müssen zunächst herausgefunden werden. Neben Durchfall können Gasansammlungen im Magen/Darmtrakt dem Tier sehr starke Schmerzen Verursachen und sogar lebensgefährliche Folgen haben. 

Eine gründliche Allgemeinutersuchung, sowie eine Kotprobe, über drei Tage gesammelt, kann Aufschluss bringen.

Wenn die TA-Praxis bei der Diagnostik an ihre Grenzen stößt, kann eine Analyse im Labor notwendig werden.

 

Es gibt verschiedene Methoden, um Übeltätern auf die Spur zu kommen. Manche Parasiten, wie Würmer und Kokzidien, findet man mit Hilfe des Flotationsverfahrens und der anschließenden, mikroskopischen Untersuchung

Das ist ein Verfahren für den Nachweis von Parasiten und deren Entwicklungsstadien, wie Eiern, Oozysten, Zysten oder Larven. Es wird nicht nur in der Tier- sondern auch in der Humanmedizin eingesetzt.(1)

 

Wenn das Ergebnis da ist, kann gezielt das passende Mittel zur Behandlung eingesetzt werden.

Konsequenz ist unbedingt notwendig, um erfolgreich gegen die Bösewichter vorzugehen.

 

 Würmer

 

Gegen Würmer gibt es spezielle Anti Parasitika, wie z.Bsp Panacur, die dem Befall schnell den Gar ausmachen. Würmer können auf den Menschen übertragen werden.

Gerade wenn der Kontakt zum Tier sehr innig ist, müssen Infektionen unbedingt eliminiert werden.

Wurmeier sind nicht sichtbar für das bloße Auge, die Würmer jedoch schon. Es gibt allerdings verschiedene Wurmarten. Manche sind sehr, sehr winzig.

Würmer/ Wurmeier sind, durch eine einfache Kotuntersuchung vor Ort, beim Tierarzt feststellbar. Der Kot soll über drei Tage gesammelt werden, da die Würmer und deren Eier nicht permanent ausgeschieden werden.

Symtome können Durchfall, Aufgasung, Krämpfe, Apathie, Abmagerung  usw sein.

  • Bild unten: Wurm unterm Mikroskop

 

Kokzidien

 

Kokzidien sind parasitäre Einzeller. Diese kommen leider oft vor, aber man muss sie nicht immer sofort bemerken.

Ein neues Tier sollte erstmal in Quarantäne und eine Kotprobe von drei Tagen, muss untersucht werden. Sonst läuft man Gefahr, dass der Neuzugang etwas einschleppt. Eine einfache Kotuntersuchung auf Kokzidien kann der Tierarzt direkt in der Praxis vornehmen. Nach einer halben Stunde, hat man i.d.R. das Ergebnis.

Bei manchen Tieren hat sich evtl eine gewisse Immunität eingestellt und sie zeigen daher keine Symthome, oder der Befall ist noch gering. Solche Tiere sind symtomlose Ausscheider.

Tiere mit schwachem Immunsystem erkranken jedoch häufig stark.  Jungtiere sterben leider oft, an einem Befall mit den Parasiten. Kokzidien besiedeln die Leber, bzw den Darm und schädigen die Organe .

Eine regelmäßige Kotuntersuchung, ca 2mal jährlich, ist zu empfehlen. Sollte der Befund positiv sein, wird eine Behandlung eingeleitet. Bei Kokzidien wird wahrscheinlich Baycox 5% zum Einsatz kommen. Das 2,5% ist für Kaninchen ungeeignet!

Desweiteren unterstützen Kräuter und diverse Futteröle den Darm und machen es für die Kokzidien unbehaglich.

Baycocx wird meist drei Tage gegeben, drei Tage ausgesetzt und weitere drei Tage gegeben.

https://www.tiermedizinportal.de/medikamente/baycox/480448

 

Hitze tötet Kokzidien zuverlässig ab. Alles was mit kochendem Wasser abwaschbar bzw. abbrühbar ist, sollte auf diese Weise desinfiziert werden. Ein Dampfreiniger eignet sich ebenso, muss aber wirklich ganz nah an die zu reinigenden Oberflächen heran geführt werden, damit der Dampf heiß genug aufkommt. Es gibt wenige, ganz spezielle Desinfektionsmittel, die Kokzidien töten. Gewöhnliche Desinfektionsmittel sind wirkungslos.

 

Schau mal im Kaninchen-Clan. Saskia hat den Ablauf einer Behandlung dort genau dokumentiert.

Symtome können schlecht riechender Durchfall oder Matschkot, Apathie, Aufgasungen, Krämpfe, oft herumliegender Blinddarmkot usw. sein.

 

Kokzidienbefund in meinem Stall, nach Behandlung gegen Klebsiellen. Festgestellt durch Kontroll-Kotprobe, Ergebnis 07.04.2021. Weiteres dazu im Gesundheitstagebuch

Behandlung mit Baycox 5%. Reinigung der Ställe und aller möglichen Oberflächen mit kochend heißem Wasser.

Heißwasser- Prozedur zunächst an mehreren Tagen in Folge und nach einigen Tagen Pause wiedrholt.

 

 

Hefen

 

Hefen sind nicht selten eine Begleiterscheinung.

Sie treten gerne nach Antibiotika Behandlungen oder als Begleiter parasitärer Infektionen auf. Auch eine Zahnerkrankung, kann verantwortlich sein.

Die Ursache für Hefen ist also fast immer, wo anders zu suchen.

Ist also das eigentliche Problem verschwunden, verschwinden auch möglicherweise die Hefen wieder.

Mit Nystatin kann ihnen zusätzlich zu Leibe gerückt werden, sollten sie sehr hartnäckig bleiben. Da Pilze sich von Zucker ernähren, ist sinnvoll, ein zuckerfreies Produkt zu wählen.

Zuckerhaltiges Futter, Knollengemüse und Obst ist ausserdem zunächst zu vermeiden. Statt dessen sollte viel blättriges Gemüse und Kräuter gefüttert werden.

Auch bei Hefen sind die Symtome ähnlich, wie bei fast allen Erkrankungen der Verdauungsapparats.

 

Bakterielle Infektionen des Darms

 

Eine bakterielle Infektion kann durch eine Infektion mit Parasiten und einen dadurch ohnehin geschädigten Darm, begünstigt werden.

Um Bakterien festzustellen, wird im Labor eine Kultur, auf einem dafür vorgesehenen Nährboden, herangezüchtet.  Die Proben werden einige Tage bei idealen Temperaturen bebrütet und die Bakterien vermehren sich in der Petrischale.

Es kann dann genau identifiziert werden, um welche Keime es sich handelt.

Gegen Bakterien kommen Antibiotika zum Einsatz. Mithilfe eines Resistenztests kann eingegrenzt werden, welche Antibiotika geeignet wären.

Symtome bekterieller Infektionen können übel riechender, schleimiger Durchfall und Gewichtsverlust, verringerte oder ganz eingestellte Nahrungsaufnahme, Apathie, Krämpfe, Fieber und Dehydrierung usw., bis hin zum Kreislaufversagen sein.

 

  • Bild unten:  LABORBERICHT einer Sammelkotprobe aller Kaninchen aus meinem Gehege,

mit Befund Klebsiella Pneumoniae (Stäbchenbakterium- Umgebungskeim der z. Bsp. im Boden oder auch auf Getreide vorkommen kann und ggf. Krankheiten beim Kaninchen verursacht )

Nach einem Resistenztest, wurde die Behandlung mit Antibiotika eingeleitet. Die erste Behandlung mit Marbofloxacin brachte, trotz des Resistenztests, keine Besserung.

Wirksam war in diesem Fall Eradia, mit dem Wirstoff Metronidazol. Ein Austausch der gesamten Einstreu des Geheges incl Bodenabtrag, fand statt.

Begleitend wurden Hefen festgestellt.

 


Abszesse am Kiefer und Zahnfehlstellungen

Auf den ersten vier Fotos unten sieht man Janas süßes Kaninchen, mit Abszess (ein mit Eiter gefüllter, abgekapselter Hohlraum im Gewebe ). Dieser entstand vermutlich durch eine Verletzung und nicht vom Kiefer aus. Er brach von allein auf und entließ viel Eiter, der bei Kaninchen von zäher Konsestenz ist und schwer abfließen kann. Dieser Abszess war nach innen gewachsen und von außen somit für die Besitzerin nicht gut sichtbar. Das Tier wurde, nach der schlimmen Entdeckung, in der Tierklinik behandelt. Der restliche Eiter wurde entfernt. Die Wunde wurde gespült, sowie außen herum etwas vom Fell befreit. Die Wundhöhle war ca 1 cm tief. Behandlung mit: 2x tägl. Antibiotikum, 2x tägl. Bene Bac, Schmerzmittel, 3x tägl. Manuca Honigsalbe. Foto 2 nach der Säuberung am 3. Tag. Foto 3 nach 6 Tagen. Nach 10 Tagen sieht es schon etwas besser aus, siehe Foto 4, wird aber bis zur völligen Ausheilung noch Zeit brauchen. Vorerst keine OP. Unbehandelt würde ein Tier mit einem Abszess unter sehr starken Schmerzen leiden. Die Folge wäre, lebensbedrohliches Einstellen der Nahrungsaufnahme und eine mögliche Ausbreitung der Infektion, im gesamten Körper. Dann kann es, wie beim Menschen, zu einer Blutvergiftung kommen. Wenn ein Abszess vom Kiefer her rührt, müssen evtl Zähne geszogen werden. Ein Abszess muss vom TA eröffnet werden. So etwas bedarf dann einer ausgiebigen Nachbehandlung. Besonders im Sommer, können nässende Wunden und Eiter ein Magnet für Fliegen sein, die dort mit Vorliebe ihre Eier ablegen. Hierin besteht eine zusätzliche, nicht zu unterschätzende Gefahr und es ist Vorsicht geboten. Madenbefall führt zum Tod, wenn er nicht sofort entdeckt und behandelt wird.

  • Foto 5, obere Reihe, weiteres Kaninchen mit Kieferabszess
  • Foto 6 oben sowie untere Reihe Zahnpatient. Fehlstellungen der Zähne können ebenfalls schwere Entzündungen im Kiefer verursachen. Ganz zu schweigen, von der Behinderung bei der Nahrungsaufnahme. Der Tierarztbesuch ist hier definitiv nicht zu umgehen!!

 

Dankeschön Jana und Fernanda, dass ich diese Aufnahmen verwenden darf.

Die Röntgenaufnahme zeigt eins meiner Kaninchen. Das Bild wurde gemacht, als sein linkes Auge entzündet war. Es wurde geschaut, ob das Problem von den Zähnchen kommt. Ein oberer Backenzahn war etwas in Aufruhr, beruhigte sich aber wieder.


Myxomatose

Myxomatose ist ein hochansteckender Pockenvirus. Die Inkubationszeit dauert ungefähr 3- 10 Tage. Die Symthomatik tritt wiefolgt auf:

  • Apathie
  • Fressunlust
  • Schwellungen, Enzündungen und Verklebungen am Mäulchen, Ohren, Genitalien und an den Augen
  • Verschleimung der Atemwege und damit einhergehende Atemnot, Risiko einer zusätzlichen Lungenentzündung

 

Ich betone vorab ausdrücklich: Impfen ist wichtig und die Unterlassung trägt maßgeblich zur Verbreitung der Krankheit bei. Allerdings ist eine Impfung kein 100% Schutz. Sollte es trotz Impfung dazu kommen, dass dein Tier erkrankt, wird der Verlauf sehr wahrscheinlich ( hoffentlich ) milder sein. Hauptüberträger sind Mücken, Fliegen, Flöhe, aber auch kontaminiertes Futter, Gegenstände, andere Kaninchen etc.

Die unten im Erfahrungsbericht beschriebene, zusätzliche Behandlungsmöglichkeit mit kollodialem Silberwasser, ist neben den hautpsächlichen, vom TA angeordneten Antibiotika und Schmerzmitteln, lediglich heilungsunterstützend. Es soll deinem Tier zusätzlich helfen, Linderung zu erlangen. Silberwasser ersetzt keinesfalls den Impfschutz sowie die intensive Behandlung durch den Tierarzt! Unbehandelt hat ein Kaninchen keine Chance!

Wenn du erkrankte Tiere behandelst, denk daran, dass die aggressiven Keime an deiner Kleidung und an den Schuhen haften und somit weiter getragen werden. Achte bitte auf besondere Hygiene!!! Wechsel deine Kleidung/ Schuhwerk, nach dem Kontakt mit dem kranken Kaninchen. Gründliches Waschen und Desinfizieren ist extrem wichtig. Hygiene im Stall ist selbstverständlich vorauszusetzen.

Wenn der Kampf vorbei ist, ist eine intensive Grundreinigung/Desinfektion der Unterbringung unbedingt notwendig. Sollte dein Bestand durch die Krankheit ausgelöscht worden sein, lass das Gehege am besten eine längere Zeit leer stehen.

Die Erreger überleben sehr lange. Genesene Kaninchen sind noch ca 6 Monate lang ansteckend, da der Erreger im Körper  noch aktiv bleibt!

Solange sollte man mit dem Dazusetzen neuer Bewohner warten. Wenn, nach Ablauf dieser Zeit, andere Kaninchen in das Gehege einziehen sollen, lass sie auf jeden Fall vorher impfen!

 

Christine hat mir freundlicherweise ihren wertvollen Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt. Vielen Dank Christine.

 

Henry hat die Myxomatose überstanden

Vorab: Die Heilung ist nie garantiert, sie hängt immer von verschiedenen Faktoren ab (Immunsystem, Alter etc.). Der Krankheitsverlauf ist ein „auf und ab“ und der Ausgang ist ungewiss.
Am 20.09.2017 (am 3. Krankheitstag) wurde bei unserem Kaninchen Henry (9 Monate alt) Myxomatose durch den Tierarzt diagnostiziert. Da ich verzweifelt im Netz nach Informationen und Behandlungsmöglichkeiten suchte, möchte ich unseren Behandlungsweg anderen zur Verfügung stellen, die sich in der gleichen Situation befinden.

Medikamente ab 20.09.2017 bis zum Abklingen der Symptome:
Metacam, 1-2 x täglich
Baytril, 1x täglich
Traumeel, 1x täglich
Engystol (10 Tage lang)

Parallel dazu Kollodiales Silberwasser (25ppm):
4x täglich inhaliert, mind. jeweils 10 Minuten
4x täglich die Augen gespült
4x täglich Oralgabe 2ml/kg täglich

Je nach Notwendigkeit:
Antibiotische Augentropfen / Koll. Silberwasser (abwechselnd gegeben)
Baby-Nasentropfen
Meerrettich (um die Nase frei zu bekommen)
Bisolvon (1 Prise an die Oberlippe zum Ablecken), verflüssigt das Nasensekret

Entzündete Hautstellen mit Wollwachs (100 % reines Lanolin) behandelt (am Finger etwas schmelzen lassen, dann vorsichtig auftragen),
Calendula Globuli, 1-2x täglich, je nach Potenz

13.10.2017 Henry ist über den Berg, sitzt mit lauschenden Löffeln aufrecht und ist wieder an seiner Umwelt interessiert. Die Hautstellen öffnen sich und verheilen, die Nasenatmung ist noch mit leichten Geräuschen verbunden. Daher werden wir noch bis auf weiteres mit Henry inhalieren.

Bezüglich des Futters haben wir in seiner Krankenzeit Abstriche gemacht, Henry bekam in dieser Zeit Fertig-Trockenfutter (enthielt Bananen- und Apfelchips), was er gern mochte. Nicht die Kaninchen-gerechte Ernährung stand bei ihm im Vordergrund, sondern dass er überhaupt etwas fraß und bei Kräften blieb. Hätte er nicht mehr gefressen aufgrund von Schmerzen am Maul, hätten wir ihn gefüttert mit Critical Care (oder ähnlichem), damit er bei Kräften bleibt, (solange es ihm den Umständen entsprechend gut gegangen wäre).

Ich wünsche allen Betroffenen alles Gute, viel Erfolg und ganz viel Glück.

 

Christine

 

 

Erklärung zu den verwendeten  Medikamenten:

 

Engystol stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und hat antivirale Eigenschaften, die bei Erkältungen hilfreich sind.

Traumeel ist ein homöopatisches Arzneimittel. Es ist ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes  Mittel.

Bisolvon verflüssigt Schleim in den Atemwegen.

Calendula ist zur Behandlung von Wunden und Abschürfungen.

Baytril ist ein Antibiotikum.

Metacam ist ein Schmerzmittel.

 

Die Dosierung von Schmerzmitteln, Antibiotika etc. ist unbedingt mit dem TA abzuklären!! Die Behandlung solch kranker Kaninchen, ist sehr Aufwändig und Kräftezehrend. Du brauchst Zeit und Nerven, um es richig zu machen und durchzustehen. Entscheide zum Wohle des Häschens.

 

Auf den Fotos unten sieht man Kiras Kaninchen, mit geschwollenen Augen und Nase.

 

Dankeschön dafür, liebe Kira, dass ich die Fotos verwenden darf. Dadurch erlangt der evtl. noch ahnungslose Leser, eine Vorstellung.


E.Cuniculi

Encephalitozoon Cuniculi ist ein parasitärer Einzeller, der sich gerne im zentralen Nervensystem, in den Nieren und in den Augen ansiedelt. Auch andere Organe können betroffen sein.  Symthome, wie z. Bsp die Kopfschiefhaltung, kommen sehr oft vor. Diese können aber auch von anderen Krankheiten herrühren, wie z. Bsp. von Ohrentzündungen ( Otitis ). Die Krankheiten werden manchmal verwechselt, da sich die Art, wie sie sich zeigen, sehr ähneln kann.

Desweiteren kann folgende Symthomatik auftreten:

  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Gleichgewichtsstörungen und Torkeln
  • das Drehen um die eigene Achse
  • Scannende Bewegungen mit den Augen und dem Kopf
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Augenentzündung und Linsentrübung
  • vermehrtes Ruhen und Teilnahmslosigkeit, Apathie
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Lähmungserscheinungen

Es müssen keinesfalls alle oder mehrere Punkte eintreten. Manche Tiere zeigen nur eins, der möglichen Symthome.

Das Kaninchen sollte von einem Tierarzt genau untersucht werden. Die richtige Diagnose ist extrem wichtig, damit das Tier nicht unnötig leidet und richtig behandelt wird. Bei E.C. wird in der Regel Panacur, Antibiotika und Vitamin B verabreicht. Kollodiales Silberwasser soll ebenfalls eine ünterstützende Wirkung haben, nicht nur bei E.C, da es gegen Keime wirkt. Persönliche Erfahrungen habe ich damit noch nicht, würde es aber ggf. ausprobieren, denn dem Mittel eilt ein durchaus guter Ruf voraus.

Viele Tiere sind Träger und somit auch Überträger des Erregers, ohne zu erkranken.

Ein gutes Immunsystem hat die Erreger im Griff. Stresssituationen können das Kaninchen allerdings schwächen, dadurch die Vermehrung der Parasiten begünstigen und somit die Krankheit zum Ausbruch bringen.

Stress kann bedingt sein, durch eine Vergesellschaftung oder einen Wechsel der Umgebung, Behandlungen anderer Erkrankungen (dadurch ständiges Greifen und Hochheben ) - es gibt viele Faktoren. Ein durch Krankheit oder Alter des Kaninchens ohnehin geschwächtes Immunsysthem, bietet eine gute Angriffsfläche für E.Cuniculi. Ein schnellstmöglicher Beginn der Behandlung verbessert die Chance auf Genesung.  Durch die starke, körperliche Einschränkung, die E.C. mitsich bringt, sollte das Tier so untergebracht werden, dass es sich nicht verletzen kann- also quasi behindertengerecht.

Sollte das Tierchen sich aufgeben und nicht mehr trinken und fressen, muss es mit Päppelbrei ernährt werden, damit die Verdauung nicht zum Erliegen kommt. Dies würde schnell zum Tod führen.

An E.C erkrankte Kaninchen brauchen viel Wasser.

 

Siehe Gesunheitstagebuch.

Bei einem meiner Tiere besteht zur Zeit der Verdacht auf EC.

Aufgefallen ist das durch einen speziellen, erhöhten Blutwert, der explizit bei parasitären Infektionen ansteigt.

Sonst hat das Häschen noch keine Symthome gezeigt, außer häufigeres Ruhen, eine Schmerzreaktion beim Abtasten der Nierengegend und gelegentlich stärkere Atmung. Behandlung mit Panacur über 3 Wochen wurde bereits durchgeführt. Dem Kaninchen geht es an sich gut. Es bleibt unter Kontrolle durch gelegentliche Blutuntersuchungen. Der Blutwert zeigt lediglich, dass der kleine Körper sich massiv wehrt. Ich bin froh, dass ich zeitig erkannt habe, dass etwas nicht stimmt. Somit kann ich sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten sich weitere Symthome zeigen- ich bin gewappnet.

 

Ein krankes Tier aus seiner Gruppe zu entfernen, macht keinen Sinn. Oft ist das Kaninchen schon länger Träger des Parasiten. E.C. verbreitet sich über infektiöse Sporen im Urin. Somit sind andere Häschen, in der Nähe des Patienten, wahrscheinlich ebenso infiziert. Die Sporen sind sehr resistent und überleben lange in der Umwelt.

 

Ausführlich berichtet Saskia vom Kaninchen-Clan über die Behandlung und den Verlauf dieser Krankheit. Auf den Fotos unten siehst du zwei ihrer E.C. Patienten. Oben links Kaninchen mit schiefem Kopf. Oben rechts Häschen mit Uveitis/ Linsentrübung. Unten links und mitte krankes Tier in Gesellschaft.  Ein einsames Kaninchen verliert den Lebenswillen. Deshalb ist die Isolation aus der Gruppe kontraproduktiv für die Genesung. Den unten gezeigten Tierchen geht es den Umständen entsprechend gut, Dank der sehr liebevollen Versorgung im Kaninchen-Clan.

Danke Saskia, dass ich die Fotos hier zeigen darf.

 

 


Ohrenentzündung  (Otitis)

 

Es gibt unterschiedlich schwere Formen der Ohrenentzündung. Zu unterscheiden ist zwischen der

  • Otitis externa- Gehörgangsentzündung, die man durch das Otoskop sehen kann. Ggf. muss ein Abstrich aus dem Ohr genommen werden, um zu bestimmen um welche Keime oder Parasiten es sich handelt. Oft ist der Staphylococcus Aureus beteiligt, aber auch viele andere Keime. Milben können ebenfalls eine Otitis auslösen, sieheFoto mit Milbenbefall unten rechts.
  • Otitis media- Mittelohrentzündung, die durchs Otoskop nicht sichtbar ist. Zu einer Computertomographie wird geraten.
  • Otitis interna- Innenohrentzündung, ebenfalls CT notwendig.

 

 Schlimme Otitis- Fälle können z.Bsp. einhergehen mit

  • Nahrungsverweigerung durch schlimme Schmerzen
  • Aggression, schmerzbedingt
  • Ausfluß aus dem Ohr
  • Beule am Ohransatz, evtl schmerzempfindlich
  • Apathie, schmerzbedingt
  • Ständiges Schütteln des Kopfes und Kratzen am Ohr
  • Kopfschiefhaltung  (Gefahr der Verwechselung mit E.C und entsprechend falscher Behandlung)

Eine Otitis gehört auf jeden Fall in die Hände eines kaninchenkundigen Tierarztes- je eher, desto besser sind die Erfolgschancen.

Eine Otitis wird durch abgeknickte, enge Gehörgänge begünstigt, da Ohrenschmalz gepaart mit Schmutz, nicht abfließen kann. So entsteht ein idealer Nährboden für Bakterien.

Entsteht erst einmal eine Entzündung, schwillt der Gehörgang weiter zu und das Problem verschlimmert sich.

Um dem entgegenzuwirken, ist Vorbeugung durch regelmäßige Ohrreinigungen, bestenfalls von Klein auf, sehr wichtig.

 

Vorzubeugen ist in jedem Fall besser und einfacher, als eine spätere, schmerzhafte Behandlung. Bildgebende Diagnostik und operative Eingriffe können zudem einen enormen, finanziellen Mehraufwand bedeuten.

All das ist nicht wünschenswert und ganz sicher in vielen Fällen, durch Prävention, vermeidbar.

 

Leider kann ich zu diesem Thema einiges aus eigener Erfahrung berichten.

Biba hatte vor Längerem Symthome einer Otitis externa und bleibt unter Beobachtung. Momentan sind ihre Ohren in Ordnung.

Bei Schnuffel, hat sich der Zustand der Ohren im Laufe der Zeit, stark verschlimmert. Ein Ohrgrundabszess links, bereitet uns Sorgen.

Puffel befindet sich in einem Stadium, das besondere Aufmerksamkeit fordert. Es lässt sich regelmässig Eiter aus beiden Ohren ausmassieren. Zur Zeit sind keine Schwellungen am Ohransatz tastbar. Die Gehörgänge sind zwar relativ eng, aber noch durchlässig. Das kann sich leider schnell ändern.

All meine betroffenen Kaninchen, haben einen abgeknicktem Gehörgang.

( jetziger Stand 09.04.2021-   3  1/2 Jahre alt )

 

Am ruhigen Verhalten der Tiere bemerkte ich anfangs, dass etwas nicht stimmte. Der TA stellte dann Eiter im Gehörgang fest.

Am Ansatz der Ohren, waren Wölbungen spürbar, die bei Kaninchen oft auf eine Entzündung hindeuten.

Die Tiere waren zu dem Zeitpunkt  1 1/2 Jahre alt. Also nicht mehr klein, aber durchaus noch jung.

 

Man kann beim Widder, bedingt durch den Knick des Gehörgangs, nicht tief genug in die Öhrchen schauen.  Es werden oftmals weitere Maßnahmen zur Diagnostik beim Tierarzt nötig, wie Röntgen oder CT, Abstriche aus dem Ohr etc.

Wir haben zunächst Röntgenaufnahmen gemacht.

Noch in der Praxis, wurden die Ohren mit Kochsalzlösung gründlich gespült und es kam jede Menge Ohrenschmalz und Sekret heraus.

Diese Behandlung, mit derselben Vorgehensweise und zusätzlicher Anwendung eines speziellen Ohrreinigers, führe ich seitdem zu Hause fort, um die Ohren sauber zu halten .

Mit meinem Otoskop schaue ich vor der Behandlung, ob Ablagerungen im Ohr sichtbar sind. Das Otoskop verfügt über eine kleine Leuchte und eine Vergrößerung.

Die Plastik- Kappen des Otoskops werden über Nacht in einer Desinfektionslösung gründlich desinfiziert, damit Krankheitskeime nicht von einem zum anderen Tier übertragen werden (Foto 2 unten). Bitte für jedes Tier eine frisch desinfizierte Kappe aufstecken.

Ohrreiniger muss zunächst satt ins Ohr hineinlaufen. Dagegen wehren sich die kleinen Patienten manchmal und müssen beruhigt werden. Eine zweite Person, ist unter Umständen hilfreich.

Der Ohransatz wird, mit vorsichtigem Druck, einige Minuten massiert, damit sich das zähe Sekret im Gehörgang etwas verflüssigt. Wenn sich das Tier nach der Behandlung schüttelt, um die Flüssigkeit aus den Ohren zu schleudern, können Schmutz, Eiter und Ohrschmalz zum Teil mit hochkatapultiert werden. All diese Ablagerungen, bieten einen guten Nährboden, für krankmachende Keime. Nach der Behandlung mit dem Ohrreiniger, werden die Ohren äußerlich von sichtarem Sekret gesäubert. Das kann wirklich eine ganze Menge sein. Man darf mit Wattenstäbchen nur im vorderen Bereich arbeiten, bitte nicht tiefer in den Gehörgang eindringen! Ein weiches Papiertaschentuch oder ein Feuchttuch kann ebenfalls gerne verwendet werden, um das Öhrchen auszuwischen.

Auf Fotos unten sieht man, wieviel Sekret ich regelmäßig aus den Ohren meiner Kaninchen ausmassieren kann. Um eine Vorstellung der Menge zu bekommen, liegt ein Wattestäbchen dabei.

 

Nach der Vorbehandlung mit dem Ohrreiniger, spüle ich wöchentlich, mithilfe einer Ernährungssonde (2mm Durchmesser), einer großen Spritze und Kochsalzlösung, die Ohren meiner Widder.

Dabei wird ein großer Teil Schmutz, Eiter und Ohrenschmalz, vom Ohrgrund hochgespült. Die Sonde wird ganz vorsichtig, ca 1,5cm tief  ins Ohr eingeführt. Man entwickelt ein Gefühl dafür, wie weit man gehen darf. Der Tierarzt hat mir natürlich anfangs genau gezeigt, wie man das macht.

Mach bitte keine Experimente. Eine genaue Einweisung, ist sehr wichtig, um das Tier nicht zu verletzen !

 

Inzwischen bin ich so geübt darin, dass ich die Prozedur bei Schnuffel und Puffel, allein schaffe. Biba ist gar nicht kooperativ. Deshalb kam es schon sehr oft vor, dass ich bei ihr von der Behandlung mit der Sonde absehen musste und nur der Ohrreiniger zum Einsatz kam.

Wenn man einen gutes, cerumenlösendes Produkt verwendet, reicht das durchaus aus.

Ich möchte natürlich keinem Tier wehtun. Wenn es sich zu sehr wehrt, ist mir das Risiko mit der Sonde zu arbeiten, zu hoch.

Da Biba schnell, extrem aus dem Häuschen ist, halte ich die Behandlung für sie so stressfrei, wie möglich.

Natürlich kommt es stark auf den Charakter des Häschens an und darauf, wie sehr es vertraut.

 

Meinen Schnuffel juckt es bei der Spül- Prozedur scheinbar sehr und es ist ihm unangenehm.

Der kleine Mann will immer mit der Pfote dazwischen fuchteln.

Puffel zeigt deutlich, dass er genervt ist, indem er mich mit seiner dicken Nase wegstubst und manchmal zwickt. Er wirkt jedoch nicht änstlich.

Behandlungszeit ist auch immer Zeit, für Liebe und viele Streicheleinheiten.

 

Die Sonde wird nach Gebrauch gründlich gereinigt und desinfiziert, sofern sie wieder verwendet werden soll. Man kann sie gut einige Minuten abkochen.

Die Sonden kann man in der Apotheke bestellen oder direkt beim Tierarzt danach fragen.

Die dünnen Gummischläuche  sind weich und am Ende abgerundet. Das ist wichtig, damit der Gehörgang nicht verletzt wird.

Die Kochsalzlösung zum Spülen, kann ebenfalls in der Apotheke erworben oder selbst hergestellt werden (siehe unten).

 

Der Tierarzt sollte bei Bedarf ein Antibiogramm erstellen lassen, um die Empfindlichkeit oder die Resistenz der im Ohr vorhandenen Erreger, gegenüber verschiedener Antibiotika, herauszufinden.  Diese spezielle Analyse ist wichtig, um gezielt das richtige Präparat zur Behandlung auszuwählen. Grundsätzlich wirken viele Antibiotika im Ohr eher schlecht.

Desweiteren kann lokal, mit Ohrentropfen behandelt werden. Ich habe Floxal ( Augentropfen ) vom TA bekommen.

Wichtig: Viele Ohrreiniger oder Tropfen, dürfen nur bei definitiv intaktem Trommelfell verwendet werden.  Kochsalzlösung ist unbedenklich.

 

In sehr schlimmen Fällen, werden manchmal Operationen angeraten.

Ich bin zwar permanent bemüht, solch einen Supergau irgendwie abzuwenden.

Bei Schnuffel fand am 14.04.2021 nun leider doch eine Gehörgangsresektion statt. Es hatten sich drei, mit Eiter gefüllte Kammern gebildet. Das Trommelfell stand aber zum Glück noch.

Zwei Fotos dazu unten rechts (Nach einer Woche hat sich die Wunde stark enzündet).

Nach einer Ohr-OP, ist  besonders intensive Pflege notwendig. Die Wunde muss mehrfach täglich gereinigt und desinfiziert werden. Dazu gibt es spezielle Wundspüllösungen, wie z. Bsp Vetericyn. Dies ist auch als Gel erhältlich. Es hält die Wunde feucht, desinfiziert, zerstört dabei aber keine gesunden Zellen.


Ich muss bei den betroffenen Kaninchen konsequent, regelmäßig Ohrenpflege betreiben, damit die Erkrankungen sich nicht weiter verschlimmern. Wahrscheinlich, solange die Tiere leben.

Weiteres hierüber im Gesundheitstagebuch.

 

 

Episqualan und spezielle Lösungen vom Kaninchen - Clan machen mir das routinemäßige Reinigen der Ohren inzwischen leichter und ersetzen weitestgehend die Prozedur mit der Sonde.

 


Zusammenfassend wichtig :

 

  • Ohren regelmäßig kontrollieren lassen
  • Konsequent reinigen/ spülen um vorzubeugen. Bestenfalls von Klein auf
  • Richtige Diagnose, bei Bedarf mit Röntgen oder CT Aufnahmen, Abstrich, Antibiogramm
  • Ggf. Behandlung mit dem passenden Antibiotikum, oral und lokal im Ohr
  • Schmerzmittel nicht vergessen, Kaninchen leiden still und oft unbemerkt
  • Ggf. Operation und intensive Nachbehandlung

 

 

Auf dem Röntgenbild sieht man deutlich die Entzündung im linken Ohr, bei einem meiner Kaninchen.  CT Aufnahmen würden das Ganze noch besser zeigen. Rechts mittig ist ein dunkler Fleck erkennbar, der zeigt, dass das Ohr belüftet ist. Links hingegen, ist keine dunkle Stelle erkennbar. Das Ohr ist deutlich schlechter belüftet.

 

Foto unten links zeigt Ohr mit Milbenbefall.  Foto mit freundlicher Erlaubnis zur Verwendung von www.kaninchen-clan.de

Ein Blick auf die Seite lohnt sich sehr. Zu vielen Themen, findest du dort informative Artikel. Es wird mit einem Video veranschaulicht, wie eine Ohrreinigung vonstatten geht. Saskia beschreibt zudem besondere Behandlungsmöglichkeiten, aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz.

 

Galerie unten zeigt Kaninchen nach OP.

Es hatte eine sehr schlimme Ohrenentzündung. Hier wurde das komplette Ohr entfernt, was allerdings in der Regel nicht oft so gemacht wird. In den meisten Fällen wird der Ohrlappen erhalten.

Dieses Tierchen musste schlussendlich leider doch eingeschläfert werden. Die Besitzerin hat alles in ihrer Macht stehende versucht, das Häschen zu retten. Aber da das Leid so groß war und keine Besserung eintrat, entschied sie sich, es zu erlösen.

 

Vielen Dank für diese aussagekräftigen Fotos, liebe Nadine.


Kochsalzlösung einfach selber machen

 

Für eine Kochsalzlösung kann normales Speisesalz verwendet werden. Ansonsten braucht man Wasser, einen Löffel, eine Waage, einen Meßbecher und einen Topf:

 

  • 4,5 Gramm Salz pro 500 ml Wasser verwenden – also etwa einen Teelöffel.
  • Wasser ungefähr drei Minuten lang kochen, um mögliche Keime und Bakterien abzutöten.
  • Je nach verwendeter Wassermenge die benötigte Menge Salz abwiegen und in das Wasser geben (1L Wasser/ 9 Gr Salz )
  • Mit sauberem Löffel rühren bis das Salz vollständig im Wasser aufgelöst ist.
  • Abkühlen lassen ( Lauwarm )

Tip:

Die selbst angesetzte Lösung verwenden, wenn sie noch leicht lauwarm ist ( ACHTUNG ! NICHT HEISS ! ). Das ist für das Tier offensichtlich, weniger unangenehm. Die leichte Wärme, löst das Ohrschmalz und den Eiter, wesentlich einfacher aus dem Gehörgang.

Ich konnte dadurch große Stückchen ausschwemmen, was im kalten Zustand nicht so gut gelungen ist.

 

Ich koche die Lösung immer frisch. Das geht schnell und ohne Aufwand.

Was nicht verbraucht wird, wird entsorgt und nicht fürs nächste Mal aufbewahrt.  Es könnten sich sonst Bakterien darin bilden, die dann ins Ohr gelangen.

 

 

Für eine  gründliche Spülung, nutze ich gerne warmes Wetter aus, denn das Häschen könnte danach etwas naß sein.

Da ich mehrere große Spritzen nacheinander verabreiche und die Lösung natürlich wieder herausläuft, ist das nicht gänzlich zu vermeiden. Nach der Prozedur, bitte so gut wie möglich abtrocknen. Den Rest macht im Sommer die Sonne. Zugluft grundsätzlich, auch in der Wohnung, vermeiden!

 

In der kühleren Zeit bitte besonders darauf achten, dass wenig Nässe ins Fell gelangt, damit keine Erkältung folgt!

Ich habe für den Winter Umhänge aus Frottee gebastelt, der mit Gummi unterlegt ist ( Matratzenschutz ).

Diese lege ich den Kaninchen um. Das funktioniert recht gut. Ins Fell gelaufene Feuchtigkeit und auch die nassen Öhrchen, bitte gut trocknen.

 

Kochsalzlösung ist übrigens auch zum Spülen der Augen, wunderbar geeignet.


Milben

Es gibt verschiedene Milbenarten, von denen Kaninchen befallen werden können. Sie leben in oder auf der Haut, bzw in den Haarbälgen-  ganz unterschiedlich. Manche Arten sind nur unter dem Mikroskop sichtbar, Andere kann man gerade so, mit bloßem Auge erkennen.

 

Je nach Art, ernähren sich Milben von Blut, Gewebeflüssigkeiten und Hautschüppchen ihres Wirts, aber auch von Pilzen, anderen Milbenarten usw.

 

Milbenbefall äussert sich fast immer mit starkem Juckreiz und kahlen, schuppigen Hautstellen, die teilweise sogar blutig gekratzt werden, bis hin zur Ohrenentzündung. Das Tier wirkt nervös und ein schlechtes Allgemeinwohl, ist ebenfalls zu beobachten.

Bei immungeschwächten Tieren tauchen eher Symtome auf, als bei Gesunden. Stress durch eine Vergesellschaftung, andere Vorerkrankungen, schlechte und mangelhafte Ernährung oder der Verlust des Partners, können die Immunabwehr aus dem Gleichgewicht bringen und begünstigen allgemein die Ausbreitung von Parasiten- nicht nur von Milben.

 

Es muss unbedingt eine Behandlung gegen die winzigen Plagegeister eingeleitet werden, denn die Tiere quälen sich unter dem Befall, der durch entzündete Stellen durchaus schmerzhaft werden kann. Das ständige Jucken ist äußerst unangenehm und  das Häschen kommt dadurch evtl. kaum noch zur Ruhe.

Die oben genannten Symthome, können allerdings auch durch Pilze verursacht werden- diese äußern sich ähnlich, mit Rötungen, Schuppenbildung und Haarausfall.

Deshalb sollte das Kaninchen zur Klärung bei einem Tierarzt vorgestellt werden.

Es muss festgestellt werden, um welche Art von Milben es sich handelt. Evtl sind spezielle Medikamente und eine gründliche Allgemeiuntersuchung notwendig.

 

Es gibt Spot on Präparate, die ganz einfach zu händeln sind und eine schnelle Wirkung zeigen. Wie oft und in welchen Abständen diese Mittel angewendet werden müssen, erklärt der Arzt.

Schlechte Hygiene im Stall ist natürlich ein weiterer, wesentlicher Faktor, über den Milben sich freuen. Die regelmäßige Reinigung der Ställe sollte selbstverständlich sein und bei Befall besonders akribisch durchgeführt werden.

Kieselgur ist beispielsweise ein natürliches Pulver gegen Milben, welches sparsam im Stall verteilt wird und sehr effektiv, ohne Chemie wirkt.

 

Bisher haben meine Kaninchen noch kein Milben- Problem gehabt. Bekannt sind mir die Lästlinge allerdings durch den Hühnerstall, wo ab und an Vogelmilben aufgetaucht sind und ebenfalls mit Kieselgur dagegen vorgegangen wurde.

 

 

  • Hier links noch einmal das bereits oben gezeigte Foto mit Milbenbefall im Ohr und starker Schuppenbildung. Foto 2 nach manueller Schuppenentfernung. Milben im Ohr können eine Otitis verursachen.
  • Rechts: Meerschweinchen (Fundtier der Meei-Hilfe-Leutkirch ), mit starkem Milbenbefall. Vielen Dank für das Foto.
  • In der Mitte ein Kieselgur- Präparat für den Stall.

 


Hitzschlag

Bei einem Hitzschlag atmen die Tiere sehr stark, haben einen beschleunigten Herzschlag, blasse Schleimhäute, sind apathisch oder krampfen sogar.

 

Ein Hitzschlag ist eine sehr ernste Angelegenheit, bei der zügig gehandelt werden muss. Die erste Maßnahme ist, das Tier sofort aus der Wärme heraus und in einen deutlich kühleren Bereich zu bringen.

Die Beinchen kann man in kühles Wasser tauchen und mit nassen Handtüchern, gut kühlende Wickel um den Leib legen. Die Körpertemperatur ist bein Hitzschlag erhöht und muss heruntergedrückt werden.

Wasser anbieten. Wenn etwas eingeflöst werden muss, dann bitte sehr vorsichtig, damit das Häschen sich nicht verschluckt.

Wenn du erste Hilfe geleistet hast, ruf den Tierarzt an. Ein Hitzschlag ist in jedem Fall ein Notfall, denn der Kreislauf kann total kollabieren.

Der Arzt wird Maßnahmen ergreifen, die zur Stabilisierung des Kreislaufs sehr wichtig sind.

Er wird er dem Tier eine Elektrolyt- Infusion zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts verabreichen, bzw weitere, notwendige Medikamente.

Verlier bitte keine Zeit, denn es besteht Lebensgefahr!

 

Sorg im Sommer, für austreichend Sonnenschutz und immer genug Trinkwasser. Gute Belüftung ist in geschlossenen Räumen wichtig, damit die Wärme sich nicht staut und somit, aus einem Stall eine Sauna werden könnte.

Zum Beispiel in Dachgeschoß-Wohnungen, heizen sich die Räume im Sommer schnell, unerträglich auf. Ebenfalls in geschlossenen Gartenhütten . Wenn deine Kaninchen so einen Bereich bewohnen, ist Vorsicht geboten!

 

 


Entzündete Augen

 

Rote, tränende Augen, rote Schleimhäute und eitriger Augenausfluß... was ist das?

 

Worum es sich genau handelt, muss unbedingt von einem Tierarzt abgeklärt werden, denn es kann durchaus eine ernstzunehmende Infektion, ein verstopfter Tränenkanal, Zahnprobleme oder eine Verletzung des Auges dahinter stecken.

 

Bei Vergesellschaftungen finden Rangeleien statt, bei denen es zu Verletzungen am Auge, durch Bisse oder die Krallen des Gegners, kommen kann.

 

Leider kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass Augenerkrankungen sehr ernst sein können.

Mein Bibo ( ist schon im Regenbogenland ) hatte eine schlimme Infektion, die sich auf das gesamte, innere Auge ausbreitete. Aufgefallen sind zunächst weißliche Flecken auf der Iris. Nach langer, erfolgloser Behandlung mit Antibiotika und antibiotischen Tropfen, musste dennoch leider das Auge entfernt werden. Ohne diese Operation, wäre er sehr wahrscheinlich an der Entzündung gestorben. Das war ein großer Eingriff und die gute Nachsorge, sowie die Behandlung mit Schmerzmitteln, war besonders wichtig. Um Infektionen durch Anlecken, Anknabbern der Naht, oder gar Herausziehen des Fadens zu vermeiden, musste Bibo leider eine ganze Weile separiert werden. In dem Fall, war das leider nicht anders möglich, um die Wunde zu schützen. Die Augenhöhle war mit einer selbstauflösenden Füllung ausgestopft und das halbe Köpfchen, war rasiert. Der arme Kerl sah herzzerreißend aus. Später kam er aber gut mit einem Auge zurecht.

 

 

Bei Bindehautentzündungen, mit eitrigem Augenausfluß, müssen cortisonfreie, antibiotische Augentropfen vom Tierarzt verordnet werden. Wichtig ist hierbei die konsequente Anwendung, nach Anweisung des Arztes. Einfache Mittel, reichen dann leider nicht aus.

Ein verstopfter Tränennasenkanal muss vom Tierarzt gespült werden.

 

Sollte dein Kaninchen öfter zu etwas gereizten Augen neigen, kannst du mit Euphrasia Augentrost- Tropfen die Augen beruhigen.

Ich verwende bei leichten Reizungen gerne Kochsalzlösung, in praktischen Ampullen. Diese bewährt sich sehr gut, zum Spülen, Befeuchten und Reinigen der Augen und ist unbedenklich.

Besonders wenn die Äuglein verklebt sind, kannst du die verkrusteten Stellen sehr vorsichtig damit aufweichen und säubern.  Die Anwendung von Kochsalzlösung kann natürlich mehrfach täglich stattfinden.

Achtung: Wenn Medikamente im Auge wirken sollen, darfst du diese selbstverständlich nicht wieder ausspülen.

 

Bei wiederkehrenden Augenentzündungen oder dauernd tränenden Augen, macht es Sinn, auch die Ohren, die Zähne und den Kiefer des kleinen Patienten, sehr genau zu untersuchen. Evtl muss eine Röntgenaufnahme angefertigt werden.

 

Falls sich beim Herumschnuffeln im Heu, ein ein Halm oder ein Teil der Einstreu ins Auge verirrt hat, kann vorsichtig versucht werden, den Fremdkörper mit Kochsalzlösung auszuspülen.

Wenn das nicht problemlos gelingt, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Auf gar keinen Fall, darf mit einem Gegenstand oder mit den Fingernägeln vorgegangen werden. Die Verletzungsgefahr an den empfindlichen Augen ist sehr groß, zumal das Tier nicht stillhalten wird.

 

Bei allergiebedingter Augenreizung, sollte eine möglichst staubarme Einstreu verwendet werden. Zugluft ist generell zu vermeiden.

Bitte niemals Kamille an den Augen anwenden! Diese reizt die Augen noch mehr und könnte dadurch die Entzündung verschlimmern.

 

Zusammengefasst können also, unter anderem, folgende Faktoren für Augenprobleme verantwortlich sein :

  • Virusinfektionen oder bakterielle Infektionen
  • Verletzungen, eventuell durch Rangkämpfe oder Rangelein
  • Fremdkörper im Auge, wie Eintreu oder Halm
  • Allergien
  • Zugluft
  • Ohr /Zahnprobleme
  • usw

Harnwegserkrankung

Symthome für eine Harnwegserkrankung

können z.Bsp. sein:

  • Ein gekrümmter Rücken beim Pipi machen
  • Anzeichen von Schmerz, wie Zähneknischen und Apathie oder Aggression
  • Unübliches "Herumkleckern" mit Urin 
  • Der Absatz von Harn in kleinen Mengen
  • Ständig nasses Fell, rund um den Popo
  • Urin weiß, dickflüssig oder mit Blutschlieren versehen

 

Wenn so etwas auftritt, sollte unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.
Bei Erkrankungen der Harnwege ist es wichtig, dass der Wasseranteil im Futter möglichst hoch ist.

 

Mein Bubi hatte eine Blasenentzündung, woraufhin er mit Antibiotika, in Kombination mit Bene Bac für die Darmflora, sowie Schmerzmitteln behandelt wurde.

Er verlor zu der Zeit immer mal wieder kleine Mengen an Urin, wodurch ich aufmerksam wurde.

Plötzliches "unsauber werden", was nichts mit bewusstem Markieren zu tun hat, kann ein Alarmzeichen sein.

 

Bei meiner Ingeborg wurde, durch ihr nasses Fell am Po, bei einer Röntgenaufnahme ein Tumor in der Blase diagnostiziert. Für die Kleine, war es leider zu spät. Als sich erste Probleme zeigten, hatte der Krebs bereits getreut.

 

 

 

 

Sollte dein Kaninchen erkrankt sein, wünsche ich gute Besserung! Bring es bitte IMMER  zum Tierarzt, wenn Probleme auftreten. Ratgebende Internetseiten ersetzen keinen Arzt!!!


 

 

 

(1)

Quelle Flotationsverfahren  :

https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Flotationsverfahren&oldid=180136377

01.02.2021

 

Anja Ewringmann 2016 / Leitsymptome beim Kaninchen/ Enke Verlag

ISBN 978-3-13-219361-1