Hausapotheke und Krankenpflege

 

 

Die Telefonnummer vom Tierarzt oder der Tierklinik in deiner Nähe, bitte griffbereit halten. Tierkliniken haben in der Nacht und an Sonn-und Feiertagen Notdienste.

 

Nicht jeder Tierarzt kennt sich gut mit Kaninchen aus. Klär das am Besten einmal ab.

Ein guter Tierarzt rät dir, was sinnvoll und gut für dein Tier ist. Er ergreift keine kostenintensiven und für ihn gewinnbringenden Maßnahmen, die keinerlei Aussicht auf Erfolg versprechen. Er stellt die Diagnose sorgfältig und bespricht diese genau mit dir. Er erklärt dir das Für und das Wider verschiedener Behandlungsmöglichkeiten. Vorschnelle Vorschläge, ein Tier einzuschläfern, weisen nicht auf einen guten Arzt hin. Such dir jemanden, dem du absolut vertraust und bei dem du das Gefühl hast, mit deinem Kaninchen gut aufgehoben zu sein.

Im schlimmsten Fall ist es wichtig zu wissen, daß der Tierarzt, zum Wohle des Häschens, alles versucht hat.

In manchen Fällen bedeutet Tierliebe allerdings auch loszulassen, damit dein Begleiter seine Reise über die Regenbogenbrücke antreten kann.

Wenn dein kleiner Schatz eingeschläfert werden soll, lass ihn in den letzten Minuten beim Tierarzt, bitte nicht allein. 

Auch wenn du glaubst, du kannst das nicht ertragen:

Denk daran, wieviel Freude das Tierchen dir in guten Zeiten gemacht hat. In den schlechten Zeiten sei also, bis zum letzten Atemzug, für den kleinen Hoppler da. 

 

Das brauchst du in deiner Hausapotheke:

  • Impfpass
  • Einwegspritzen in verschiedenen Grössen
  • Einmalhandschuhe
  • Wärmflasche
  • Rotlichtlampe ohne UV Anteil oder Snuggle Safe ( Wärmekissen )
  • Transportbox
  • Handtuch
  • Zeckenzange
  • Zerkleinerer für Tabletten (sehr hilfreich ), erhältlich in der Apotheke
  • diverse Medikamente

 Damit du deinem Tier auch mal selber schnell helfen kannst:

  • Hab am Besten immer  ProPre Bac oder Bene Bac im Haus (Gel, bzw. Suspension zur Stabilisierung der Darmflora),  falls dein Kaninchen Probleme mit der Verdauung hat. Nach und während  (zeitversetzt !) einer Behandlung mit Antibiotika, müssen dem Darm die guten Bakterien unbedingt wieder zugeführt werden. Wenn das Kaninchen Durchfall  hat, kann das sehr schnell bedrohlich werden. Hier tun diese Mittelchen schnell ihre Arbeit.
  • Lactulose macht bei Verstopfung den Darminhalt glitschig. Dadurch kann z. Bsp. die Ausscheidung von Haarballen erleichtert werden. Ein ml Speiseöl kann auch helfen. Einen Tierarzt würde ich jedoch auf jeden Fall konsultieren. Handel besonders zügig, wenn das Häschen nicht mehr frisst und nur teilnahmslos in der Ecke sitzt- das ist dann definitiv ein Notfall!  Evtl. muss eine 3 tägige Kotprobe untersucht werden, um die Ursachen zu klären.
  • Rodicare Akut oder Colosan sind hilfreich, zur Regulierung gestörter Verdauungsvorgänge
  • Sab Simplex oder Dimeticon kannst du geben, wenn das Bäuchlein hart und aufgegast ist. Aufgasungen sind schmerzhaft und sehr gefährlich. Auch hierbei, bitte ganz schnell zum TA. Bauchmassage tut gut.
  • Critical Care ist z.B. eine Päppel-Nahrung, die in deiner Hausapotheke vorhanden sein sollte, falls dein Häschen keinen Appetit hat. Bevor man päppelt, muss natürlich klar sein, warum das Tier die Nahrung verweigert ( Tierarzt! ). Bei einer Magenüberladung wäre es z.Bsp. falsch, dem Kaninchen zusätzlich etwas zu verabreichen. Kaninchen müssen im Normalfall ständig fressen ( ca 80 kleine Mahlzeiten am Tag ), damit die Tätigkeit des Darms nicht zum Erliegen kommt. Den Päppel-Brei füllt man in eine dünne Einwegspritze, deren Spitze man komplett abschneidet, sodass ein offenes Röhrchen entsteht. Die angerührte Masse muss weich genug sein, damit sie aus der Öffnung austreten kann. Man kann sie dann vorsichtig, in kleinen Mengen, ins Schnäutzchen eingeben. Erst schlucken lassen, bevor es weiter geht!
  • Wunddesinfektionsmittel wie Octenisept, Vetericyn oder Canosept Wundspray (Pfotenspray)  und Salben wie Bepanthen Wund- und Heilsalbe, Manuca Honigsalbe sowie Betaisadona als Salbe oder flüssig sind immer nützlich, bei kleinen Verletzungen, z.Bsp durch Beissereien bei Rangkämpfen. Große Wunden müssen evtl. vom Tierarzt genäht und mit Antibiotika behandelt werden!!! Ein genähtes Tier sollte erstmal auf sauberen Tüchern sitzen, damit kein Schmutz an die Wunde kommt.
  • Spot on Präparate gegen Würmer, oder Panacur, gehören auch in einen gut bestückten Medikamentenschrank. Die Flüssigkeit trägt man z. Bsp. im Nacken des Kaninchens auf, da es sich dort nicht selber putzen kann.  Ich mache einmal im Jahr bei meinen Tieren eine prophylaktische Wurmkur, denn sie leben draussen.  Sprich mit deinem Tierarzt darüber. Panacur wird u.a. auch zur Behandlung von E.Cuniculi verwendet. Panacur kenne ich, zur oralen Verabreichung.
  • Kochsalzlösung in kleinen Ampullen dient zum Spülen der Augen, bei leichten Rötungen oder zum vorsichtigen Ausschwemmen eines Fremdkörpers, wie z.Bsp einem Halm oder Fell das beim Putzen ins Auge gelangt ist .
  • Lindernd wirken auch Euphrasia Augentropfen, als erste Hilfe bei Reizungen. Bei eitrigem Augenausfluss und knallroten Schleimhäuten muss das Tier zum Tierarzt. Hier könnte eine Bindehautentzündung oder eine andere ernste Erkrankung, wie z.Bsp. die hochansteckende Myxomatose, vorliegen. Der Arzt gibt dir evtl noch antibiotische Augentropfen mit, die du mehrfach täglich anwendest.
  • Schmerzmittel wie Metacam oder Novalgin sind natürlich unverzichtbar. Die Dosierung und die Dauer der Anwendung sollte aber bitte mit dem Tierarzt geklärt werden, denn sie ist abhängig vom Gewicht des Kaninchens. Metacam ist etwas stärker in der Wirkung.
  • Kollodiales Silberwasser wirkt Unterstützend, zur Bekämpfung von bakteriellen- und viralen Infektionen, Hautproblemen etc. Ich selbst habe bisher noch nicht viel Erfahrungen damit gesammelt. Aber der gute Ruf, eilt dem Wässerchen voraus. Deshalb werde ich es in meine Hausapotheke aufnehmen. Es ersetzt allerdings kein richtiges Medikament.
  • Ohrreiniger . Ich empfehle Episqualan
  • Achte auf die Verfallsdaten der Mittel. Angebrochene Medikamente sind nur noch kürzere Zeit haltbar. Schau in den Beipackzettel

 

Hier noch eine Fragen- Checkliste für den Tierarzt, damit du alles schnell beantworten kannst: 

 

  • Tränen die Augen?
  • Schnupfen oder Niesen?
  • Atmung auffällig japsig oder mit Geräuschen?
  • hat das Tier Probleme in der Körperhaltung oder beim Hoppeln,  humpelt/taumelt es oder zieht die Pfote hoch ?
  • Bewegt es sich generell normal oder ist es träger als sonst?
  • Schläft es extrem viel und versteckt sich dauernd?
  • Ist das Tier gestürzt?
  • Dreht es sich im Kreis?
  • Frisst und trinkt es ?
  • Trinkt es vermehrt?
  • Kot- und Urinabsatz verändert oder normal?
  • Verschmierter Popo? Hinweis auf Durchfall.
  • Hat es evtl. etwas giftiges gefressen (z. Bsp.  Zimmerpflanze)?
  • Kratzt es sich oft, zum Bsp an den Ohren?
  • Hat es kahle oder schuppige Stellen?
  • Knirscht es mit den Zähnchen?
  • Wird die Ernährung umgestellt oder wurde eine neue Sorte gefüttert?
  • Hat es Schwellungen, Knoten oder Wunden?
  • Umgebung verändert oder Partner verloren ( Stress )?
  • Kampf bei Vergesellschaftung?
  • Wunde, offene Pfoten?
  • Wandern die Augen mit scannenden Bewegungen hin und her?

 

Natürlich kann jedes Tier einmal krank werden, genau wie wir Menschen. In vielen Fällen ist es wichtig, schnellstmöglich die Ursache der Beschwerden zu klären. Dein kleiner Freund wird dir dankbar sein, wenn du dich gut kümmerst.

Ich habe schon von Tier-Krankenversicherungen gelesen, die man auch für kleinere Tiere abschließen kann.

Für einen relativ niedrigen Betrag, kann man seinen Liebling absichern, wenn man möchte. Meines Wissens nach, muss das Tier dafür gechipt sein- aber frag mal nach.

In besonderen Fällen bietet dein Tierarzt vielleicht auch die Möglichkeit der Ratenzahlung an. Hierzu lohnt es sich sicher, Informationen einzuholen.

Unter den häufig gestellten Fragen oder unter Krankheiten  findest du weitere Beschreibungen zu diversen Krankheiten.

 

Bei Problemen bitte immer einen Tierarzt aufsuchen! Dein Kaninchen verlässt sich auf dich!