Zehbruch / Zehamputation

Mein Bubi brach sich im Kampf einen Zeh. Der Knochen begann, sich durch die Haut nach außen zu drücken. Das führte zu einer starken Entzündung.

Mein armes Häschen ließ sich zunächst kaum etwas anmerken, obwohl es starke Schmerzen gehabt haben muss. Erst ein leichtes Anziehen der Pfote machte mich aufmerksam, als die Entzündung schon recht arg war.

Ich war voller Sorge, dass es zu einer Sepsis kommen könnte.

Die sofortige Amputation des Zehs und längere Zeit der Behandlung mit Antibiotika sowie Schmerzmitteln, waren bei diesem offenen Bruch unumgänglich.

Bubi sollte nach der OP erstmal eine ganze Weile im Haus, auf sauberem Untergrund sitzen. Draußen im Boden sind zu viele Keime. Bei so einer Wunde birgt das eine große Gefahr.  Bis der Zeh verheilt war, hatte  mein Süßer also leider Zimmerarrest.

 

Das Tier hatte später keine Probleme mehr, durch den fehlenden Zeh. Natürlich musste der Darm wegen der längeren Antibiotikagabe unterstützt werden.

 

Zu einem späteren Zeitpunkt zog sich Löffelchen während der Vergesellschaftung mit Schnuffel und Bommel einen Zehbruch zu.

Dieser musste nicht abgenommen werden, war aber sehr entzündet. Die Kralle stand unter Eiter, der sich aus dem Krallenbett drücken ließ. Der Zeh ließ sich in alle Richtungen  hin und her wackeln- haarsträubend.

Der Knochen kam aber Gott sei Dank nicht durch, was täglich kontrolliert wurde.

Das Tier wurde mit Zugsalbe und Antibiotika behandelt. Er bekam eine Kindersocke an, die am Oberschenkel mit Klebeband umwickelt wurde. Das hat gut funktioniert und schützte den Zeh weitestgehend vor Schmutz und Sand, der sonst an der Salbe kleben geblieben wäre.

Die Behandlung dauerte Wochen, bis die rote Schwellung endlich nachließ und kein Eiter mehr nachproduziert wurde.

Bei Vergesellschaftungen sollten alle beteiligten Tiere regelmäßig auf Unversehrtheit untersucht werden.

 

  • Bei einem geschlossenen Zehbruch ohne Wunde, muss täglich auf mögliche Entzündungen ( heiß, rot, geschwollen, Eiter) geachtet werden. Diese wird entsprechend mit Salben, Desinfektion und ggf. mit Antibiotika versorgt.
  • Bei Brüchen jeglicher Art muss der Tierarzt konsultiert werden und dieser entscheidet, was zu tun ist.  Ein offener Bruch ist ein NOTFALL !
  • Wenn das Allgemeinbefinden schlecht  oder das Tier apathisch ist ( Schmerzen, Schock ), kann der Kreislauf versagen.

 


Bruch Speiche und Elle

 

 

Dies ist ein Erfahrungsbericht von der lieben Elke.

Vielen Dank für diesen wertvollen Text, das Foto und das Röntgenbild.

 

 

Flöckchen ( 6 Jahre alt) kam im November 2020 aus schlechter Haltung zu uns. Nachdem unsere Luna Ende Oktober 2020 plötzlich während unseres Urlaubes in der Tierpension verstorben ist, sollte  Cappuccino nicht alleine bleiben. Cappuccino verstarb am 10.01.2022.

Unsere Ninis leben im Sommer draußen und im Winter drinnen. Im August 2021 gab es bei uns innerhalb weniger Minuten einen ziemlichen starken Sturm. Meine Tochter L. holte beide Tiere sofort rein. Cappuccino ging sofort hinein, Flöckchen zierte sich und blieb mit der rechten Vorderpfote zwischen Tür und Türrahmen stehen
Da noch eine andere Tür offen war zu jenem Zeitpunkt( wir wohnen im 7.Stock eines Hochhauses ), entstand ein Unterdruck und in diesem Moment flog mit vollem Karacho die Türe zu. Flöckchens Vorderpfote war gebrochen.

Wir sind dann zum Tierarzt gefahren und es wurde ein Röntgenbild angefertigt -  Elle und Speiche waren komplett gebrochen.

Der Tierarzt gab Schmerzmittel und versuchte, mit 2 Holzstäbchen rechts und links zu schienen.

Mir war aber sofort klar, dass das nicht gescheit fixiert war.  Da ich selber Op Schwester bin und weiss, wie fein die Schrauben und Platten sind, entscheid ich mich zunächst für eine konservative Therapie und gegen eine OP.

Die ersten 2 Wochen waren wir jeden Tag beim Arzt, da wir wegen des Fells keine gescheite Möglichkeiten gefunden haben das Ganze zu befestigen. Irgendwann wurde mir das Ganze zu stressig für den Nini. Da ich aus der Notfallambulanz gute Erfahrung mit sogenannten leichten Gipsschienen gemacht habe, bat ich den Tierarzt, ihr eine Solche zu modellieren. Wenn nicht , hätte ich es selber gemacht.

Er legte Flöckchen in eine kurze Narkose und modellierte eine blaue Cellacastschiene. Diese Schiene ist am Anfang weich und anpassbar. Sie wird mit Wasser angefeuchtet und wird dann heiss, da das Material einen chemischen Prozess eingeht . Nach ca einer  halben Stunde ist sie bombenfest. Wir machten die Schiene mit einer Taftbinde fest und das ganze hielt 14 Tage.

Flöckchen sah echt witzig damit aus. Wir legten den Verband über den Rücken und führten ihn einmal um das gesunde Bein herum. So hatten wir etwas Sicherheit, dass die Schiene samt Taftbinde hielt. Die Kleine nagte auch nichts ab. Wenn sie lief klackerte es auf dem Boden, weil sie gut mit der Schiene hoppeln konnte . Sie buddelte sogar in Ihrer Sandkiste und Springen war auch kein Problem. Die Schiene war so angelegt, dass nur der Bruch und das nächste Gelenk ruhig gestellt war. Daher konnte sie sich gut bewegen. Mit Schmerzmitteln war das kein Problem. Fressen und alles Andere ging gut.

Nach ca 6 bis 8 Wochen hatte sich bereits zwischen den gebrochen Knochen Knorpelgewebe gebildet und der Arzt meinte, wenn ich mit einer etwas kürzeren Variante einverstanden bin, dann würde er es so belassen. Wir machten nochmals ein Röntgenbild und man sah ganz deutlich die Knorpelbildung . Das bertroffene Beinchen ist zwar etwas  kürzer, aber sie benutzt es nicht anders als das Linke. Daher trafen wir die Entscheidung, es nicht operieren zu lassen und die kleine Fehlstellung in Kauf zu nehmen. Wir sind damit bis heute sehr zufrieden.

Flöckchen mit Verband