Durchfall- ein Symtom für viele Gründe

Durchfall ansich ist ein Symtom, für eine mögliche Vielzahl an Erkrankungen.

Die Symtome der verschiedenen Magen- und Darmerkrankungen, ähneln sich meistens.

 

Hygiene im Gehege ist natürlich grungsätzlich wichtig. Im Fall einer Erkrankung ist Sauberkeit von ganz besonderer Bedeutung.

Aber dennoch kann es immer mal vorkommen, dass trotz penibler Reinlichkeit Parasiten o.a. auftauchen. Woher kommt sowas?

Die Eier, bzw Larven verschiedener Parasiten kann man sich schon mit dem Frischfutter aus dem Supermarkt oder von der Wiese einschleppen. Über die Ausscheidungen infizierterTiere im Gehege, ist es leicht möglich, dass alle Anderen sich anstecken.

Bakterien oder Viren können ebenfalls über das Wasser, über kontaminierte Gegenstände, Futter und alle möglichen, anderen Wege in den Stall und somit in unsere Tiere gelangen. Man ist also nie sicher, vor Infektionen. 

Es gibt viele Faktoren, die zu einer Vermehrung unerwünschter Gäste noch maßgeblich beitragen.

 

Ursachen für Durchfall und Verdauungsprobleme:

  • Es kann eine Infektion mit Endoparasiten,Pilzen oder Bakterien, Viren etc. verantwortlich sein.
  • Aber auch eine Futterunverträglichkeit
  • beispielsweise bei Futterumstellung 
  • oder ein Gendefekt, wie das Megacolon- Syndrom. Betroffene Tiere, sind wahrscheinlich ihr leben lang beeinträchtigt.
  • Eine Zahnerkrankung kann ausserdem Durchfall verursachen. Da die Nahrung ggf. nicht richtig zermahlen wird, wird der Darm stärker belastet. Evtl bitte ein Röntgenbild zur Klärung anfertigen lassen.
  • Schlechte, einseitige Ernährung, evtl durch nur Trockenfutter
  • Stress durch Ortswechsel
  • Stress durch Vergesellschaftung
  • Stress durch Verlust des Partners
  • Stress durch Operationen und Schmerzen oder auch
  • zu wenig Platz, schwächen den Körper.  Krankmachenden Keimen oder Parasiten, stehen Tür und Tor offen. Der Organismus kommt auf einmal nicht mehr ausreichend dagegen an und die Krankmacher vermehren sich explosionsartig.
  • Nach einer Antibiotika- Behandlung kann es zu Durchfällen kommen, denn die gesunde Darmflora leidet zwangsläufig mit. Diese muss unbedingt wieder aufgebaut werden.   

Während der Gabe von Antibiotika (falls das notwendig ist), gibt man zusätzlich  Prä/ Probiotika- Präparate, wie zum Bsp. Propre Bac, Bene Bac. Gerne noch einige Tage über das Ende der Behandlung hinaus.

 

Auch gesunden Tieren kann man effektive Mikroorganismen geben, um den Darm zu stärken, wie z.Bsp. Probiotix. Der Markt hat inzwischen einige, gute Mittelchen, zur Unterstützung der Verdauung zu bieten.

Diese Produkte enthalten zum einen GUTE Bakterien, die den Darm wieder neu besiedeln, um die Verdauung aufrecht zu erhalten.

Zum anderen enthalten sie Lebensmittelbestandteile, die die Aktivität und das Wachstum dieser guten Bakterien fördern.

 

Durchfall dehydriert und schwächt die Kaninchen und ist bedrohlich. Die Ursachen für die gestörte Verdauung, müssen zunächst herausgefunden werden. Neben Durchfall können Gasansammlungen im Magen/Darmtrakt dem Tier sehr starke Schmerzen Verursachen und sogar lebensgefährliche Folgen haben. 

Eine gründliche Allgemeinutersuchung, sowie eine Kotprobe, über drei Tage gesammelt, kann Aufschluss bringen.

Wenn die TA-Praxis bei der Diagnostik an ihre Grenzen stößt, kann eine Analyse im Labor notwendig werden.

 

Es gibt verschiedene Methoden, um Übeltätern auf die Spur zu kommen. Manche Parasiten, wie Würmer und Kokzidien, findet man mit Hilfe des Flotationsverfahrens und der anschließenden, mikroskopischen Untersuchung

Das ist ein Verfahren für den Nachweis von Parasiten und deren Entwicklungsstadien, wie Eiern, Oozysten, Zysten oder Larven. Es wird nicht nur in der Tier- sondern auch in der Humanmedizin eingesetzt.(1)

 

Wenn das Ergebnis da ist, kann gezielt das passende Mittel zur Behandlung eingesetzt werden.

Konsequenz ist unbedingt notwendig, um erfolgreich gegen die Bösewichter vorzugehen.

 

Würmer

 

Gegen Würmer gibt es spezielle Anti Parasitika, wie z.Bsp Panacur, die dem Befall schnell den Gar ausmachen. Würmer können auf den Menschen übertragen werden.

Gerade wenn der Kontakt zum Tier sehr innig ist, müssen Infektionen unbedingt eliminiert werden.

Wurmeier sind nicht sichtbar für das bloße Auge, die Würmer jedoch schon. Es gibt allerdings verschiedene Wurmarten. Manche sind sehr, sehr winzig.

Würmer/ Wurmeier sind, durch eine einfache Kotuntersuchung vor Ort, beim Tierarzt feststellbar. Der Kot soll über drei Tage gesammelt werden, da die Würmer und deren Eier nicht permanent ausgeschieden werden.

Symtome können Durchfall, Aufgasung, Krämpfe, Apathie, Abmagerung  usw sein.

  • Bild unten: Wurm unterm Mikroskop

Kokzidien

 

Kokzidien sind parasitäre Einzeller. Diese kommen leider oft vor, aber man muss sie nicht immer sofort bemerken.

Ein neues Tier sollte erstmal in Quarantäne und eine Kotprobe von drei Tagen, muss untersucht werden. Sonst läuft man Gefahr, dass der Neuzugang etwas einschleppt. Eine einfache Kotuntersuchung auf Kokzidien kann der Tierarzt direkt in der Praxis vornehmen. Nach einer halben Stunde, hat man i.d.R. das Ergebnis.

Bei manchen Tieren hat sich evtl eine gewisse Immunität eingestellt und sie zeigen daher keine Symthome, oder der Befall ist noch gering. Solche Tiere sind symtomlose Ausscheider. 
Frischfutter von Grünflächen, zu denen  Wildkaninchen Zugang haben, könnte mit diesem und auch anderen Erregern, wie z. Bsp. Myxomatose,  kontaminiert sein.

Tiere mit schwachem Immunsystem erkranken jedoch häufig stark.  Jungtiere sterben leider oft, an einem Befall mit den Parasiten. Kokzidien besiedeln die Leber, bzw den Darm und schädigen die Organe .

Eine regelmäßige Kotuntersuchung, ca 2mal jährlich, ist zu empfehlen. Sollte der Befund positiv sein, wird eine Behandlung eingeleitet. Bei Kokzidien wird wahrscheinlich Baycox 5% zum Einsatz kommen. Das 2,5% ist für Kaninchen ungeeignet!

Desweiteren unterstützen Kräuter und diverse Futteröle den Darm und machen es für die Kokzidien unbehaglich. Knoblizem wird nach anfäglichen Akzeptanzproblemen ganz gut angenommen und unterstützt den Darm gegen Parasiten. Knoblizem gebe ich ab und zu in kleinen Mengen. Foto unten.

Baycocx wird meist drei Tage gegeben, drei Tage ausgesetzt und weitere drei Tage gegeben.

https://www.tiermedizinportal.de/medikamente/baycox/480448

 

Hitze tötet Kokzidien zuverlässig ab. Alles was mit kochendem Wasser abwaschbar bzw. abbrühbar ist, sollte auf diese Weise desinfiziert werden. Ein Dampfreiniger eignet sich ebenso, muss aber wirklich ganz nah an die zu reinigenden Oberflächen heran geführt werden, damit der Dampf heiß genug aufkommt. Es gibt wenige, ganz spezielle Desinfektionsmittel, die Kokzidien töten. Gewöhnliche Desinfektionsmittel sind wirkungslos.

 

Schau mal im Kaninchen-Clan. Saskia hat den Ablauf einer Behandlung dort genau dokumentiert.

Symtome können schlecht riechender Durchfall oder Matschkot, Apathie, Aufgasungen, Krämpfe, oft herumliegender Blinddarmkot usw. sein.

 

Ich hatte einen Kokzidienbefund in meinem Stall, nach der Behandlung gegen Klebsiellen. Festgestellt wurde dies durch eine Kontroll-Kotprobe, Ergebnis 07.04.2021. Weiteres dazu im Gesundheitstagebuch

Die Maßnahme war eine Behandlung mit Baycox 5% sowie die Reinigung der Ställe und aller möglichen Oberflächen mit kochend heißem Wasser.

Heißwasser- Prozedur zunächst an mehreren Tagen in Folge und nach einigen Tagen Pause wurde dies wiederholt.

In Vogelkot sind oft Kokzidien enthalten.

 

 

Hefen

 

Hefen sind nicht selten eine Begleiterscheinung.

Sie treten gerne nach Antibiotika Behandlungen oder als Begleiter parasitärer Infektionen auf. Auch eine Zahnerkrankung, kann verantwortlich sein.

Die Ursache für Hefen ist also fast immer, wo anders zu suchen.

Ist also das eigentliche Problem verschwunden, verschwinden auch möglicherweise die Hefen wieder.

Mit Nystatin kann ihnen zusätzlich zu Leibe gerückt werden, sollten sie sehr hartnäckig bleiben. Da Pilze sich von Zucker ernähren, ist sinnvoll, ein zuckerfreies Produkt zu wählen.

Zuckerhaltiges Futter, Knollengemüse und Obst ist ausserdem zunächst zu vermeiden. Statt dessen sollte viel blättriges Gemüse und Kräuter gefüttert werden.

Auch bei Hefen sind die Symtome ähnlich, wie bei fast allen Erkrankungen der Verdauungsapparats.

 

 

Bakterielle Infektionen des Darms

 

Eine bakterielle Infektion kann durch eine Infektion mit Parasiten und einen dadurch ohnehin geschädigten Darm, begünstigt werden.

Um Bakterien festzustellen, wird im Labor eine Kultur, auf einem dafür vorgesehenen Nährboden, herangezüchtet.  Die Proben werden einige Tage bei idealen Temperaturen bebrütet und die Bakterien vermehren sich in der Petrischale.

Es kann dann genau identifiziert werden, um welche Keime es sich handelt.

Gegen Bakterien kommen Antibiotika zum Einsatz. Mithilfe eines Resistenztests kann eingegrenzt werden, welche Antibiotika geeignet wären.

Symtome bekterieller Infektionen können übel riechender, schleimiger Durchfall und Gewichtsverlust, verringerte oder ganz eingestellte Nahrungsaufnahme, Apathie, Krämpfe, Fieber und Dehydrierung usw., bis hin zum Kreislaufversagen sein.

 

 

  • Bild unten:  LABORBERICHT einer Sammelkotprobe aller Kaninchen aus meinem Gehege,

mit Befund Klebsiella Pneumoniae (Stäbchenbakterium- Umgebungskeim der z. Bsp. im Boden oder auch auf Getreide vorkommen kann und ggf. Krankheiten beim Kaninchen verursacht )

Nach einem Resistenztest, wurde die Behandlung mit Antibiotika eingeleitet. Die erste Behandlung mit Marbofloxacin brachte, trotz des Resistenztests, keine Besserung.

Wirksam war in diesem Fall Eradia, mit dem Wirstoff Metronidazol. Ein aufwändiger Austausch der gesamten Einstreu des Geheges incl Bodenabtrag, fand statt.

Begleitend wurden Hefen festgestellt.