Dr. Mümmelmann muss ran

Krankheiten, teilweise mit Erfahrungsbericht:

 

Von oben nach unten

  • Pododermatitis und Zeh- Amputation mit Fotos
  • Magenüberladung/ Verstopfung mit Röntgenaufnahme und Foto
  • Abszesse am Kiefer und Zahnfehlstellungen mit Fotos
  • Myxomatose Erfahrungsbericht
  • E.Cuniculi mit Fotos
  • Otitis
  • Milben
  • Hitzeschlag

 

 

Pododermatitis und Zeh-Amputation

  • Pododermatitis entsteht meistens durch unvorteilhafte Untergründe, auf denen das Kaninchen läuft, wie z.Bsp. synthetische Teppiche oder Fliesen. In dem unten gezeigten Fall handelt es sich um ein Tier, das lange Zeit in einer Buchte saß. Es wurde von einer lieben Freundin aufgenommen. Da es sich erstmal an die Freiheit und an Bewegung gewöhnen musste, reagierte die Haut an den Füßen extrem stark. Das Tier wurde mit speziellen, selbstklebenden Salbenverbänden (siehe Foto ), Antibiotika, Schmerzmitteln, Pfotenspray und Fußbädern gegen die Entzündungen behandelt, bis die Wunden verheilt waren. Verwendet wurde u.a. Canosept Wundspray für Hunde, Kernseife, Bepanthen, Zinksalbe und Manuka Honigsalbe. Mehr dazu kannst du auf www.kaninchen-clan.de lesen. Saskia hat auf ihrer Homepage über die aufwändige, lange Behandlungsdauer geschrieben. Sie hatte wirklich eine Engels- Geduld. Update: Dem Kaninchen mit der Pododermatitis geht es wieder richtig gut.
  • Auf dem Bild mit der genähten Pfote wurde ein Zeh amputiert. Im Kampf hat mein Bubi sich den Zeh gebrochen. Der Knochen begann, sich durch die Haut nach außen zu drücken. Das führte zu einer starken Entzündung. Amputation und längere Zeit der Behandlung mit Antibiotika ( Marbocyl ) sowie  Schmerzmittel waren unumgänglich. Mein Häschen hat sich kaum etwas anmerken lassen, obwohl es starke Schmerzen gehabt haben muss. Ein leichtes Anziehen der Pfote hat mich irgendwann aufmerksam gemacht, als es schon recht arg war. Das Tier hat heute keine Probleme, durch den fehlenden Zeh.

Magenüberladung/ Verstopfung

  • Das Röntgenbild zeigt eine schlimme Magenüberladung. Meine Ingeborg musste deshalb stationär in der Tierarztpraxis behandelt werden. Lies dazu das Gesundheitstagebuch . Dort habe ich den kompletten Verlauf und die Behandlung mit Dimeticon und Bauchmassagen beschrieben. Ein unbehandeltes Tier würde wahrscheinlich elendig sterben. Die Magenüberladung machte sich durch apathisches Verhalten bemerkbar. Inge hatte so starke Schmerzen, das sie sich einfach hängen ließ, als ich sie hochnahm. Ein stationärer Aufenthalt in der Tierklinik war notwendig.
  • Köttelkette, die zu Verstopfung führt. Langhaarrassen sind besonders betroffen. Bei der Fellpflege werden die Haare verschluckt und führen zu  Verdauungsproblemen.

Abszesse am Kiefer und Zahnfehlstellungen

  • Auf den ersten vier Fotos unten sieht man Janas süßes Kaninchen, mit Abszess (ein mit Eiter gefüllter, abgekapselter Hohlraum im Gewebe ). Dieser entstand vermutlich durch eine Verletzung und nicht vom Kiefer aus. Er brach von allein auf und entließ viel Eiter, der bei Kaninchen von zäher Konsestenz ist und schwer abfließen kann. Dieser Abszess war nach innen gewachsen und von außen somit für die Besitzerin nicht gut sichtbar. Das Tier wurde, nach der schlimmen Entdeckung, in der Tierklinik behandelt. Der restliche Eiter wurde entfernt. Die Wunde wurde gespült, sowie außen herum etwas vom Fell befreit. Die Wundhöhle war ca 1 cm tief. Behandlung mit:   2x tägl. Antibiotikum,   2x tägl. Bene Bac, Schmerzmittel,   3x tägl. Manuca Honigsalbe. Foto 2 nach der Säuberung am 3. Tag. Foto 3 nach 6 Tagen. Nach 10 Tagen sieht es schon etwas besser aus, siehe Foto 4, wird aber bis zur völligen Ausheilung noch Zeit brauchen. Vorerst keine OP. Unbehandelt würde ein Tier mit einem Abszess unter sehr starken Schmerzen leiden. Die Folge wäre, lebensbedrohliches Einstellen der Nahrungsaufnahme und eine mögliche Ausbreitung der Infektion, im gesamten Körper. Dann kann es, wie beim Menschen, zu einer Blutvergiftung kommen. Wenn ein Abszess vom Kiefer her rührt, müssen evtl Zähne geszogen werden. Ein Abszess muss vom TA eröffnet werden. So etwas bedarf dann einer ausgiebigen Nachbehandlung. Besonders im Sommer, können nässende Wunden und Eiter ein Magnet für Fliegen sein, die dort mit Vorliebe ihre Eier ablegen. Hierin besteht eine zusätzliche, nicht zu unterschätzende Gefahr und es ist Vorsicht geboten. Madenbefall führt zum Tod, wenn er nicht sofort entdeckt und behandelt wird.
  • Foto 5, weiteres Kaninchen mit Kieferabszess
  • Foto 6 Zahnpatient. Fehlstellungen der Zähne können ebenfalls schwere Entzündungen im Kiefer verursachen. Ganz zu schweigen, von der Behinderung bei der Nahrungsaufnahme. Der Tierarztbesuch ist hier definitiv nicht zu umgehen!!

Dankeschön Jana und Fernanda, dass ich diese Aufnahmen verwenden darf.


Myxomatose

Myxomatose ist ein hochansteckender Pockenvirus. Die Inkubationszeit dauert ungefähr 3- 10 Tage. Die Symthomatik tritt wiefolgt auf:

  • Apathie
  • Fressunlust
  • Schwellungen, Enzündungen und Verklebungen am Mäulchen, Ohren, Genitalien und an den Augen
  • Verschleimung der Atemwege und damit einhergehende Atemnot, Risiko einer zusätzlichen Lungenentzündung

 

Ich betone vorab ausdrücklich: Impfen ist wichtig und die Unterlassung trägt maßgeblich zur Verbreitung der Krankheit bei. Allerdings ist eine Impfung kein 100% Schutz. Sollte es trotz Impfung dazu kommen, dass dein Tier erkrankt, wird der Verlauf sehr wahrscheinlich ( hoffentlich ) milder sein. Hauptüberträger sind Mücken, Fliegen, Flöhe, aber auch kontaminiertes Futter, Gegenstände, andere Kaninchen etc.

Die unten im Erfahrungsbericht beschriebene, zusätzliche Behandlungsmöglichkeit mit kollodialem Silberwasser, ist neben den hautpsächlichen, vom TA angeordneten Antibiotika und Schmerzmitteln, lediglich heilungsunterstützend. Sie sollen deinem Tier zusätzlich helfen, Linderung zu erlangen. Sie ersetzen aber keinesfalls den Impfschutz sowie die intensive Behandlung durch den Tierarzt! Unbehandelt hat ein Kaninchen keine Chance!

Wenn du erkrankte Tiere behandelst, denk daran, dass die aggressiven Keime an deiner Kleidung und an den Schuhen haften und somit weiter getragen werden. Achte bitte auf besondere Hygiene!!! Wechsel deine Kleidung/ Schuhwerk, nach dem Kontakt mit dem kranken Kaninchen. Gründliches Waschen und Desinfizieren ist extrem wichtig. Hygiene im Stall ist selbstverständlich vorauszusetzen.

Wenn der Kampf vorbei ist, ist eine intensive Grundreinigung/Desinfektion der Unterbringung unbedingt notwendig. Sollte dein Bestand durch die Krankheit ausgelöscht worden sein, lass das Gehege am besten eine längere Zeit leer stehen.

Die Erreger überleben sehr lange. Genesene Kaninchen sind noch ca 6 Monate lang ansteckend, da der Erreger im Körper  noch aktiv bleibt!

Solange sollte man mit dem Dazusetzen neuer Bewohner warten. Wenn, nach Ablauf dieser Zeit, andere Kaninchen in das Gehege einziehen sollen, lass sie auf jeden Fall vorher impfen!

 

Christine hat mir freundlicherweise ihren wertvollen Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt. Vielen Dank Christine.

 

Henry hat die Myxomatose überstanden

Vorab: Die Heilung ist nie garantiert, sie hängt immer von verschiedenen Faktoren ab (Immunsystem, Alter etc.). Der Krankheitsverlauf ist ein „auf und ab“ und der Ausgang ist ungewiss.
Am 20.09.2017 (am 3. Krankheitstag) wurde bei unserem Kaninchen Henry (9 Monate alt) Myxomatose durch den Tierarzt diagnostiziert. Da ich verzweifelt im Netz nach Informationen und Behandlungsmöglichkeiten suchte, möchte ich unseren Behandlungsweg anderen zur Verfügung stellen, die sich in der gleichen Situation befinden.

Medikamente ab 20.09.2017 bis zum Abklingen der Symptome:
Metacam, 1-2 x täglich
Baytril, 1x täglich
Traumeel, 1x täglich
Engystol (10 Tage lang)

Parallel dazu Kollodiales Silberwasser (25ppm):
4x täglich inhaliert, mind. jeweils 10 Minuten
4x täglich die Augen gespült
4x täglich Oralgabe 2ml/kg täglich

Je nach Notwendigkeit:
Antibiotische Augentropfen / Koll. Silberwasser (abwechselnd gegeben)
Baby-Nasentropfen
Meerrettich (um die Nase frei zu bekommen)
Bisolvon (1 Prise an die Oberlippe zum Ablecken), verflüssigt das Nasensekret

Entzündete Hautstellen mit Wollwachs (100 % reines Lanolin) behandelt (am Finger etwas schmelzen lassen, dann vorsichtig auftragen),
Calendula Globuli, 1-2x täglich, je nach Potenz

13.10.2017 Henry ist über den Berg, sitzt mit lauschenden Löffeln aufrecht und ist wieder an seiner Umwelt interessiert. Die Hautstellen öffnen sich und verheilen, die Nasenatmung ist noch mit leichten Geräuschen verbunden. Daher werden wir noch bis auf weiteres mit Henry inhalieren.

Bezüglich des Futters haben wir in seiner Krankenzeit Abstriche gemacht, Henry bekam in dieser Zeit Fertig-Trockenfutter (enthielt Bananen- und Apfelchips), was er gern mochte. Nicht die Kaninchen-gerechte Ernährung stand bei ihm im Vordergrund, sondern dass er überhaupt etwas fraß und bei Kräften blieb. Hätte er nicht mehr gefressen aufgrund von Schmerzen am Maul, hätten wir ihn gefüttert mit Critical Care (oder ähnlichem), damit er bei Kräften bleibt, (solange es ihm den Umständen entsprechend gut gegangen wäre).

Ich wünsche allen Betroffenen alles Gute, viel Erfolg und ganz viel Glück.

 

Christine

 

 

Erklärung zu den verwendeten  Medikamenten:

 

Engystol stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und hat antivirale Eigenschaften, die bei Erkältungen hilfreich sind.

Traumeel ist ein homöopatisches Arzneimittel. Es ist ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes  Mittel.

Bisolvon verflüssigt Schleim in den Atemwegen.

Calendula ist zur Behandlung von Wunden und Abschürfungen.

Baytril ist ein Antibiotikum.

Metacam ist ein Schmerzmittel.

 

Die Dosierung von Schmerzmitteln, Antibiotika etc. ist unbedingt mit dem TA abzuklären!! Die Behandlung solch kranker Kaninchen, ist sehr Aufwändig und Kräftezehrend. Du brauchst Zeit und Nerven, um es richig zu machen und durchzustehen. Entscheide zum Wohle des Häschens.

 

Auf den Fotos unten sieht man Kiras Kaninchen, mit geschwollenen Augen und Nase.

 

Dankeschön dafür, liebe Kira, dass ich die Fotos verwenden darf. Dadurch erlangt der evtl. noch ahnungslose Leser, eine Vorstellung.


E.Cuniculi

Encephalitozoon Cuniculi ist ein parasitärer Einzeller, der sich gerne im zentralen Nervensystem, in den Nieren und in den Augen ansiedelt. Auch andere Organe können betroffen sein.  Symthome, wie z. Bsp die Kopfschiefhaltung, kommen sehr oft vor. Diese können aber auch von anderen Krankheiten herrühren, wie z. Bsp. von Ohrentzündungen ( Otitis ). Die Krankheiten werden manchmal verwechselt, da sich die Art, wie sie sich zeigen, sehr ähneln kann.

Desweiteren kann folgende Symthomatik auftreten:

  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Gleichgewichtsstörungen und Torkeln
  • das Drehen um die eigene Achse
  • Scannende Bewegungen mit den Augen und dem Kopf
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Uveitis ( Augenentzündung und Linsentrübung )
  • vermehrtes Ruhen und Teilnahmslosigkeit, Apathie
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Lähmungserscheinungen

Es müssen keinesfalls alle oder mehrere Punkte eintreten. Manche Tiere zeigen nur eins, der möglichen Symthome.

Das Kaninchen sollte von einem Tierarzt genau untersucht werden. Die richtige Diagnose ist extrem wichtig, damit das Tier nicht unnötig leidet und richtig behandelt wird. Bei E.C. wird in der Regel Panacur, Antibiotika und Vitamin B verabreicht. Kollodiales Silberwasser soll ebenfalls eine ünterstützende Wirkung haben, nicht nur bei E.C, da es gegen Keime wirkt. Persönliche Erfahrungen habe ich damit noch nicht, würde es aber ggf. ausprobieren, denn dem Mittel eilt ein durchaus guter Ruf voraus.

Viele Tiere sind Träger und somit auch Überträger des Erregers, ohne zu erkranken.

Ein gutes Immunsystem hat die Erreger im Griff. Stresssituationen können das Kaninchen allerdings schwächen, dadurch die Vermehrung der Parasiten begünstigen und somit die Krankheit zum Ausbruch bringen.

Stress kann bedingt sein, durch eine Vergesellschaftung oder einen Wechsel der Umgebung, Behandlungen anderer Erkrankungen (dadurch ständiges Greifen und Hochheben ) - es gibt viele Faktoren. Ein durch Krankheit oder Alter des Kaninchens ohnehin geschwächtes Immunsysthem, bietet eine gute Angriffsfläche für E.Cuniculi. Ein schnellstmöglicher Beginn der Behandlung verbessert die Chance auf Genesung.  Durch die starke, körperliche Einschränkung, die E.C. mitsich bringt, sollte das Tier so untergebracht werden, dass es sich nicht verletzen kann- also quasi behindertengerecht.

Sollte das Tierchen sich aufgeben und nicht mehr trinken und fressen, muss es mit Päppelbrei ernährt werden, damit die Verdauung nicht zum Erliegen kommt. Dies würde schnell zum Tod führen.

An E.C erkrankte Kaninchen brauchen viel Wasser.

 

Siehe Gesunheitstagebuch.

Bei einem meiner Tiere besteht zur Zeit der Verdacht auf EC.

Aufgefallen ist das durch einen speziellen, erhöhten Blutwert, der explizit bei parasitären Infektionen ansteigt.

Sonst hat das Häschen noch keine Symthome gezeigt, außer häufigeres Ruhen, eine Schmerzreaktion beim Abtasten der Nierengegend und gelegentlich stärkere Atmung. Behandlung mit Panacur über 3 Wochen wurde bereits durchgeführt. Dem Kaninchen geht es an sich gut. Es bleibt unter Kontrolle durch gelegentliche Blutuntersuchungen. Der Blutwert zeigt lediglich, dass der kleine Körper sich massiv wehrt. Ich bin froh, dass ich zeitig erkannt habe, dass etwas nicht stimmt. Somit kann ich sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten sich weitere Symthome zeigen- ich bin gewappnet.

 

Ein krankes Tier aus seiner Gruppe zu entfernen, macht keinen Sinn. Oft ist das Kaninchen schon länger Träger des Parasiten. E.C. verbreitet sich über infektiöse Sporen im Urin. Somit sind andere Häschen, in der Nähe des Patienten, wahrscheinlich ebenso infiziert. Die Sporen sind sehr resistent und überleben lange in der Umwelt.

 

Ausführlich berichtet Saskia vom Kaninchen-Clan über die Behandlung und den Verlauf dieser Krankheit. Auf den Fotos unten siehst du zwei ihrer E.C. Patienten. Oben links Kaninchen mit schiefem Kopf. Oben rechts Häschen mit Uveitis/ Linsentrübung. Unten links und mitte krankes Tier in Gesellschaft.  Ein einsames Kaninchen verliert den Lebenswillen. Deshalb ist die Isolation aus der Gruppe kontraproduktiv für die Genesung. Den unten gezeigten Tierchen geht es den Umständen entsprechend gut, Dank der sehr liebevollen Versorgung im Kaninchen-Clan.

Danke Saskia, dass ich die Fotos hier zeigen darf.

 

 


Ohrenentzündung  (Otitis)

 

Es gibt mehrere Formen der Ohrenentzündung. Zu unterscheiden ist zwischen der

  • Otitis externa- Gehörgangsentzündung, die man durch das Otoskop sehen kann. Ggf. muss ein Abstrich aus dem Ohr genommen werden, um zu bestimmen um welche Keime oder Parasiten es sich handelt. Oft ist der Staphylococcus Aureus beteiligt, aber auch viele andere Keime. Milben können ebenfalls eine Otitis auslösen (Foto mit Milbenbefall unten rechts)
  • Otitis media- Mittelohrentzündung, die durchs Otoskop nicht sichtbar ist. Zu einer Computertomographie wird geraten.
  • Otitis interna- Innenohrentzündung, ebenfalls CT notwendig.

 

 Schlimme Otitis- Fälle können z.Bsp. einhergehen mit

  • Nahrungsverweigerung durch schlimme Schmerzen
  • Aggression, schmerzbedingt
  • Apathie, schmerzbedingt
  • Kopfschiefhaltung  (Gefahr der Verwechselung mit E.C und entsprechend falscher Behandlung)

Eine Otitis gehört auf jeden Fall in die Hände eines Tierarztes- je eher, desto besser sind die Erfolgschancen.

 

Schnuffel und Puffel hat es nun auch mit Ohrenentzündungen erwischt. Otitis externa- also ist es noch früh genug und noch nicht so schlimm. Biba hatte letztes Jahr ebenfalls leichte Symthome.

 

Wir sollen, zunächst 14 Tage lang, täglich mit Epiotic Ohrreiniger spülen. 1x die Woche mit Kochsalzlösung. Dann müssen wir zur Kontrolle.

Bemerkt haben wir dass etwas nicht stimmt, da die beiden sich seit kurzem sehr ruhig verhalten. Beim TA wurde dann festgestellt, dass etwas Eiter im Gehörgang ist. Am Ansatz der Ohren, ist eine leichte Wölbung spürbar, die auf eine Entzündung hindeutet.

Man kann leider beim Widder, nicht tief in die Öhrchen hinein schauen, da der Gehörgang einen Knick hat. Es werden ggf. weitere Maßnahmen zur Diagnostik beim Tierarzt nötig.

Mit meinem Otoskop schaue ich jedes Mal, vor der Behandlung mit dem Reiniger, ob die sichtbaren Ablagerungen im Ohr weniger werden. Das Otoskop verfügt über eine kleine Leuchte und eine Vergrößerung.

Die Plastik- Kappen des Otoskops werden über Nacht in einer Desinfektionslösung gründlich desinfiziert, damit Krankheitskeime nicht von einem zum anderen Tier übertragen werden (Foto 2 unten). Am Besten wäre natürlich, immer eine Neue zu verwenden. Da aber nicht sehr viele davon zur Verfügung stehen, werden sie wieder verwendet.

Der Ohrreiniger muss satt ins Ohr hineinlaufen. Dagegen wehren sich meine  kleinen Patienten natürlich. Ich muss sie festhalten und beruhigen. Eine zweite Person wäre hilfreich, wenn möglich. Dass die Hoppelmänner Angst haben tut mir wirklich leid, aber die Behandlung muss leider sein.

Der Ohransatz wird mit vorsichtigem Druck massiert, damit sich das zähe Sekret im Gehörgang etwas verflüssigt (siehe Foto 3 unten). Wenn sich das Tier nach der Behandlung schüttelt, um die Flüssigkeit aus den Ohren zu schleudern, können Schmutz, Eiter und Ohrschmalz mit herauskatapultiert werden. All diese Ablagerungen bieten einen guten Nährboden für krankmachende Keime.

1 Mal wöchentlich wird über eine Ernährungssonde, mit 2mm Durchmesser, der Gehörgang mit Kochsalzlösung quasi "geflutet" und somit  Schmutz vom Ohrgrund hochgespült. Hierfür wird die Sonde ganz vorsichtig ca 2cm tief eingeführt. Eine 2. Person muss das Tier fixieren. Die Sonde wird ebenfalls nach Gebrauch gründlich gereinigt und desinfiziert, sofern sie wieder verwendet werden soll.

Die Sonden kann man in der Apotheke bestellen, ebenso den Liter Kochsalzlösung (oder selber herstellen, siehe unten).

Die Sonden sind am Ende extra abgerundet.

Nach wenigen Tagen fängt Puffel an sich zu kratzen, was zu einer Wunden Haustelle führt. Ich nehme an, dass es ihn auch schmerzt. Seine Krallen wurden gekürzt, in der Hoffnung, dass er sich dann nicht so stark verletzen kann. Der Bereich am Ohransatz ist etwas geschwollen (Foto), was eine erneute Kontrolle beim TA erfordert. Schmerzmittel sind erforderlich.

 

Die meisten Antibiotika helfen laut TA eher schlecht. Man kann ein Antibiogramm erstellen lassen, um die Empfindlichkeit oder die Resistenz der Erreger, gegenüber verschiedener Antibiotika herauszufinden. Das ist wichtig, um gezielt das richtige Präparat zur Behandlung auszuwählen.

In schlimmen Fällen, werden Operationen nötig, was ich keinem meiner Tiere zumuten möchte.

 

 

Prophylaktisch werden jetzt ALLE WIDDER  mit Spülungen behandelt- schaden kann es nicht und alles ist besser, als Operationen! Ich brauche Geduld und muss konsequent, regelmäßig dran bleiben.

Weiteres hierüber im Gesundheitstagebuch.

 

 

Kochsalzlösung einfach selber machen

 

Für eine Kochsalzlösung kann normales Speisesalz verwendet werden. Ansonsten braucht man Wasser, einen Löffel, eine Waage und einen Topf:

 

  • 4,5 Gramm Salz pro 500 ml Wasser verwenden – also etwa einen Teelöffel.
  • Wasser ungefähr drei Minuten lang kochen, um mögliche Keime und Bakterien abzutöten.
  • Je nach verwendeter Wassermenge die benötigte Menge Salz abwiegen und in das Wasser geben (1L Wasser/ 9 Gr Salz )
  • Mit sauberem Löffel rühren bis das Salz vollständig im Wasser aufgelöst ist.
  • Abkühlen lassen und in eine saubere Glasflasche füllen. Die Flasche evtl vor der Abfüllung abkochen. Lösung soll möglichst frisch sein, daher bald verbrauchen oder neu ansetzen

Kochsalzlösung ist auch zum Spülen der Augen geeignet.

 

 

Foto unten rechts zeigt Ohr mit Milbenbefall.  Foto mit freundlicher Erlaubnis zur Verwendung von www.kaninchen-clan.de

 

 

 


Milben

Es gibt verschiedene Milbenarten, von denen Kaninchen befallen werden können. Da wären Raubmilben, Pelzmilben, Herbstgrasmilben, Vogelmilben, Grabmilben u.a. Sie leben in oder auf der Haut, bzw in den Haarbälgen-  ganz unterschiedlich. Manche Arten sind nur unter dem Mikroskop sichtbar, Andere kann man gerade so, mit bloßem Auge erkennen.

 

Je nach Art, ernähren sich Milben von Blut, Gewebeflüssigkeiten und Hautschüppchen ihres Wirts, aber auch von Pilzen, anderen Milbenarten usw.

 

Milbenbefall äussert sich fast immer mit starkem Juckreiz und kahlen, schuppigen Hautstellen, die teilweise sogar blutig gekratzt werden. Das Tier wirkt nervös und ein schlechtes Allgemeinwohl ist ebenfalls zu beobachten.

Bei immungeschwächten Tieren tauchen eher Symtome auf, als bei Gesunden. Stress durch eine Vergesellschaftung, andere Vorerkrankungen, schlechte und mangelhafte Ernährung oder der Verlust des Partners etc. können die Immunabwehr aus dem Gleichgewicht bringen und begünstigen allgemein die Ausbreitung von Parasiten- nicht nur von Milben.

 

Es muss unbedingt eine Behandlung gegen die winzigen Plagegeister eingeleitet werden, denn die Tiere quälen sich unter dem Befall, der durch entzündete Stellen durchaus schmerzhaft werden kann. Das ständige Jucken ist äußerst unangenehm und  das Häschen kommt dadurch evtl. kaum noch zur Ruhe.

Die oben genannten Symthome können allerdings auch durch Pilze verursacht werden- diese äußern sich ähnlich, mit Rötungen, Schuppenbildung und Haarausfall.

Deshalb sollte das Kaninchen zur Klärung bei einem Tierarzt vorgestellt werden.

Es muss festgestellt werden, um welche Art von Milben es sich handelt. Evtl sind spezielle Medikamente und eine gründliche Allgemeiuntersuchung notwendig.

 

Es gibt Spot on Präparate, die ganz einfach zu händeln sind und eine schnelle Wirkung zeigen. Wie oft und in welchen Abständen diese Mittel angewendet werden müssen, erklärt der Arzt.

Schlechte Hygiene im Stall ist natürlich ein weiterer, wesentlicher Faktor, über den Milben sich freuen. Die regelmäßige Reinigung der Ställe sollte selbstverständlich sein und bei Befall besonders akribisch durchgeführt werden.

Kieselgur ist beispielsweise ein natürliches Pulver gegen Milben, welches sparsam im Stall verteilt wird und sehr effektiv, ohne Chemie wirkt.

 

Bisher haben meine Kaninchen noch kein Milben- Problem gehabt. Bekannt sind mir die Lästlinge allerdings durch den Hühnerstall, wo ab und an die Vogelmilbe aufgetaucht ist und ebenfalls mit Kieselgur dagegen vorgegangen wurde.

 

 

Hier links noch einmal das bereits oben gezeigte Foto mit Milbenbefall im Ohr und starker Schuppenbildung. Foto 2 nach manueller Schuppenentfernung.

Rechts: Meerschweinchen (Fundtier der Meei-Hilfe-Leutkirch ), mit starkem Milbenbefall. Vielen Dank für das Foto.

In der Mitte ein Kieselgur- Präparat für den Stall.

 


Hitzschlag

Bei einem Hitzschlag atmen die Tiere sehr stark, haben einen beschleunigten Herzschlag, blasse Schleimhäute, sind apathisch oder krampfen sogar.

 

Ein Hitzschlag ist eine sehr ernste Angelegenheit, bei der zügig gehandelt werden muss. Die erste Maßnahme ist, das Tier sofort aus der Wärme heraus und in einen kühlen Bereich zu bringen.

Die Beinchen kann man in kaltes Wasser tauchen und mit nassen Handtüchern, gut kühlende Wickel um den Leib legen. Die Körpertemperatur muss heruntergedrückt werden. Wasser anbieten. Wenn etwas eingeflöst werden muss, dann bitte sehr vorsichtig, damit das Häschen sich nicht verschluckt.

Wenn du erste Hilfe geleistet hast, ruf den Tierarzt an. Ein Hitzschlag ist in jedem Fall ein Notfall.

Der Arzt wird Maßnahmen ergreifen, die zur Stabilisierung des Kreislaufs sehr wichtig sind.

Zum Anderen wird er dem Tier eine Infusion zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts verabreichen. Verlier bitte keine Zeit, denn es besteht Lebensgefahr!

 

Sorg im Sommer für austreichend Sonnenschutz und immer genug Trinkwasser. Gute Belüftung ist in geschlossenen Bereichen wichtig, damit die Wärme sich nicht staut und aus einem Stall keine Sauna wird.

 

 

Sollte dein Kaninchen erkrankt sein, wünsche ich gute Besserung! Bring es bitte IMMER  zum Tierarzt, wenn Probleme auftreten.