Dr. Mümmelmann muss ran

Erfahrungsberichte über unten beschriebene Krankheiten:

  • Pododermatitis und Zeh- Amputation mit Fotos
  • Magenüberladung/ Verstopfung mit Röntgenaufnahme und Foto
  • Abszesse am Kiefer und Zahnfehlstellungen mit Fotos
  • Myxomatose Erfahrungsbericht
  • E.Cuniculi mit Fotos

Pododermatitis und Zeh-Amputation

  • Pododermatitis entsteht meistens durch unvorteilhafte Untergründe, auf denen das Kaninchen läuft, wie z.Bsp. synthetische Teppiche oder Fliesen. In dem unten gezeigten Fall handelt es sich um ein Tier, das lange Zeit in einer Buchte saß. Es wurde von einer lieben Freundin aufgenommen. Da es sich erstmal an die Freiheit und an Bewegung gewöhnen musste, reagierte die Haut an den Füßen extrem stark. Das Tier wurde mit speziellen, selbstklebenden Salbenverbänden (siehe Foto ), Antibiotika, Schmerzmitteln, Pfotenspray und Fußbädern gegen die Entzündungen behandelt, bis die Wunden verheilt waren. Verwendet wurde u.a. Canosept Wundspray für Hunde, Kernseife, Bepanthen, Zinksalbe und Manuka Honigsalbe. Mehr dazu kannst du auf www.kaninchen-clan.de lesen. Saskia hat auf ihrer Homepage über die aufwändige, lange Behandlungsdauer geschrieben. Sie hatte wirklich eine Engels- Geduld. Update: Dem Kaninchen mit der Pododermatitis geht es wieder richtig gut.
  • Auf dem Bild mit der genähten Pfote wurde ein Zeh amputiert. Im Kampf hat mein Kaninchen (Bubi ) sich den Zeh gebrochen. Der Knochen begann, sich durch die Haut nach außen zu drücken. Das führte zu einer starken Entzündung. Amputation und längere Zeit der Behandlung mit Antibiotika ( Marbocyl ) waren unumgänglich. Mein Häschen hat sich kaum etwas anmerken lassen, obwohl es starke Schmerzen gehabt haben muss. Ein leichtes Anziehen der Pfote hat mich irgendwann aufmerksam gemacht, als es schon recht arg war. Das Tier hat keine Probleme, durch den fehlenden Zeh.

Magenüberladung/ Verstopfung

  • Das Röntgenbild zeigt eine schlimme Magenüberladung. Meine Ingeborg musste deshalb stationär in der Tierarztpraxis behandelt werden. Lies dazu das Gesundheitstagebuch . Dort habe ich den kompletten Verlauf und die Behandlung genau beschrieben. Ein unbehandeltes Tier würde wahrscheinlich elendig sterben.
  • Köttelkette, die zu Verstopfung führt. Langhaarrassen sind besonders betroffen. Bei der Fellpflege werden die Haare verschluckt und führen zu  Verdauungsproblemen.

Abszesse am Kiefer und Zahnfehlstellungen

  • Auf den ersten vier Fotos unten sieht man Janas süßes Kaninchen, mit Abszess (ein mit Eiter gefüllter, abgekapselter Hohlraum im Gewebe ). Dieser entstand vermutlich durch eine Verletzung und nicht vom Kiefer aus. Er brach von allein auf und entließ viel Eiter, der bei Kaninchen von zäher Konsestenz ist und schwer abfließen kann. Dieser Abszess war nach innen gewachsen und von außen somit für die Besitzerin nicht sichtbar. Das Tier wurde, nach der schlimmen Entdeckung, in der Tierklinik behandelt. Der restliche Eiter wurde entfernt. Die Wunde wurde gespült, sowie außen herum etwas vom Fell befreit. Die Wundhöhle war ca 1 cm tief. Behandlung mit:   2x tägl. Antibiotikum,   2x tägl. Bene Bac, Schmerzmittel,   3x tägl. Manuca Honigsalbe. Foto 2 nach der Säuberung am 3. Tag. Foto 3 nach 6 Tagen. Nach 10 Tagen sieht es schon etwas besser aus, siehe Foto 4, wird aber bis zur völligen Ausheilung noch Zeit brauchen. Vorerst keine OP. Unbehandelt würde ein Tier mit einem Abszess unter sehr starken Schmerzen leiden. Die Folge wäre, lebensbedrohliches Einstellen der Nahrungsaufnahme und eine mögliche Ausbreitung der Infektion, im gesamten Körper. Dann kann es, wie beim Menschen, zu einer Blutvergiftung kommen. Wenn ein Abszess vom Kiefer her rührt, müssen evtl Zähne geszogen werden. Ein Abszess muss vom TA eröffnet werden. So etwas bedarf dann einer ausgiebigen Nachbehandlung. Besonders im Sommer, können nässende Wunden und Eiter ein Magnet für Fliegen sein, die dort mit Vorliebe ihre Eier ablegen. Hierin besteht eine zusätzliche, nicht zu unterschätzende Gefahr und es ist Vorsicht geboten. Madenbefall führt zum Tod, wenn er nicht sofort entdeckt und behandelt wird.
  • Foto 5, weiteres Kaninchen mit Kieferabszess
  • Foto 6 Zahnpatient. Fehlstellungen der Zähne können ebenfalls schwere Entzündungen im Kiefer verursachen. Ganz zu schweigen, von der Behinderung bei der Nahrungsaufnahme. Der Tierarztbesuch ist hier definitiv nicht zu umgehen!!

Dankeschön Jana und Fernanda, dass ich diese Aufnahmen verwenden darf.


Myxomatose

Myxomatose ist ein hochansteckender Pockenvirus. Die Inkubationszeit dauert ungefähr 3- 10 Tage. Die Symthomatik tritt wiefolgt auf:

  • Apathie
  • Fressunlust
  • Schwellungen, Enzündungen und Verklebungen am Mäulchen, Ohren, Genitalien und an den Augen
  • Verschleimung der Atemwege und damit einhergehende Atemnot, Risiko einer zusätzlichen Lungenentzündung

 

Ich betone vorab ausdrücklich: Impfen ist wichtig und die Unterlassung trägt maßgeblich zur Verbreitung der Krankheit bei. Allerdings ist eine Impfung kein 100% Schutz. Sollte es trotz Impfung dazu kommen, dass dein Tier erkrankt, wird der Verlauf sehr wahrscheinlich ( hoffentlich ) milder sein. Hauptüberträger sind Mücken, Fliegen, Flöhe, aber auch kontaminiertes Futter, Gegenstände, andere Kaninchen etc.

Die unten im Erfahrungsbericht beschriebene, zusätzliche Behandlungsmöglichkeit mit kollodialem Silberwasser, ist neben den hautpsächlichen, vom TA angeordneten Antibiotika und Schmerzmitteln, lediglich heilungsunterstützend. Sie sollen deinem Tier zusätzlich helfen, Linderung zu erlangen. Sie ersetzen aber keinesfalls den Impfschutz sowie die intensive Behandlung durch den Tierarzt! Unbehandelt hat ein Kaninchen keine Chance!

Wenn du erkrankte Tiere behandelst, denk daran, dass die aggressiven Keime an deiner Kleidung und an den Schuhen haften und somit weiter getragen werden. Achte bitte auf besondere Hygiene!!! Wechsel deine Kleidung/ Schuhwerk, nach dem Kontakt mit dem kranken Kaninchen. Gründliches Waschen und Desinfizieren ist extrem wichtig. Hygiene im Stall ist selbstverständlich vorauszusetzen.

Wenn der Kampf vorbei ist, ist eine intensive Grundreinigung/Desinfektion der Unterbringung unbedingt notwendig. Sollte dein Bestand durch die Krankheit ausgelöscht worden sein, lass das Gehege am besten eine längere Zeit leer stehen.

Die Erreger überleben sehr lange. Genesene Kaninchen sind noch ca 6 Monate lang ansteckend, da der Erreger im Körper  noch aktiv bleibt!

Solange sollte man mit dem Dazusetzen neuer Bewohner warten. Wenn, nach Ablauf dieser Zeit, andere Kaninchen in das Gehege einziehen sollen, lass sie auf jeden Fall vorher impfen!

 

Christine hat mir freundlicherweise ihren wertvollen Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt. Vielen Dank Christine.

 

Henry hat die Myxomatose überstanden

Vorab: Die Heilung ist nie garantiert, sie hängt immer von verschiedenen Faktoren ab (Immunsystem, Alter etc.). Der Krankheitsverlauf ist ein „auf und ab“ und der Ausgang ist ungewiss.
Am 20.09.2017 (am 3. Krankheitstag) wurde bei unserem Kaninchen Henry (9 Monate alt) Myxomatose durch den Tierarzt diagnostiziert. Da ich verzweifelt im Netz nach Informationen und Behandlungsmöglichkeiten suchte, möchte ich unseren Behandlungsweg anderen zur Verfügung stellen, die sich in der gleichen Situation befinden.

Medikamente ab 20.09.2017 bis zum Abklingen der Symptome:
Metacam, 1-2 x täglich
Baytril, 1x täglich
Traumeel, 1x täglich
Engystol (10 Tage lang)

Parallel dazu Kollodiales Silberwasser (25ppm):
4x täglich inhaliert, mind. jeweils 10 Minuten
4x täglich die Augen gespült
4x täglich Oralgabe 2ml/kg täglich

Je nach Notwendigkeit:
Antibiotische Augentropfen / Koll. Silberwasser (abwechselnd gegeben)
Baby-Nasentropfen
Meerrettich (um die Nase frei zu bekommen)
Bisolvon (1 Prise an die Oberlippe zum Ablecken), verflüssigt das Nasensekret

Entzündete Hautstellen mit Wollwachs (100 % reines Lanolin) behandelt (am Finger etwas schmelzen lassen, dann vorsichtig auftragen),
Calendula Globuli, 1-2x täglich, je nach Potenz

13.10.2017 Henry ist über den Berg, sitzt mit lauschenden Löffeln aufrecht und ist wieder an seiner Umwelt interessiert. Die Hautstellen öffnen sich und verheilen, die Nasenatmung ist noch mit leichten Geräuschen verbunden. Daher werden wir noch bis auf weiteres mit Henry inhalieren.

Bezüglich des Futters haben wir in seiner Krankenzeit Abstriche gemacht, Henry bekam in dieser Zeit Fertig-Trockenfutter (enthielt Bananen- und Apfelchips), was er gern mochte. Nicht die Kaninchen-gerechte Ernährung stand bei ihm im Vordergrund, sondern dass er überhaupt etwas fraß und bei Kräften blieb. Hätte er nicht mehr gefressen aufgrund von Schmerzen am Maul, hätten wir ihn gefüttert mit Critical Care (oder ähnlichem), damit er bei Kräften bleibt, (solange es ihm den Umständen entsprechend gut gegangen wäre).

Ich wünsche allen Betroffenen alles Gute, viel Erfolg und ganz viel Glück.

 

Christine

 

 

Erklärung zu den verwendeten  Medikamenten:

 

Engystol stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und hat antivirale Eigenschaften, die bei Erkältungen hilfreich sind.

Traumeel ist ein homöopatisches Arzneimittel. Es ist ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes  Mittel.

Bisolvon verflüssigt Schleim in den Atemwegen.

Calendula ist zur Behandlung von Wunden und Abschürfungen.

Baytril ist ein Antibiotikum.

Metacam ist ein Schmerzmittel.

 

Die Dosierung von Schmerzmitteln, Antibiotika etc. ist unbedingt mit dem TA abzuklären!! Die Behandlung solch kranker Kaninchen, ist sehr Aufwändig und Kräftezehrend. Du brauchst Zeit und Nerven, um es richig zu machen und durchzustehen. Entscheide zum Wohle des Häschens.

 

Auf den Fotos unten sieht man Kiras Kaninchen, mit geschwollenen Augen und Nase.

 

Dankeschön dafür, liebe Kira, dass ich die Fotos verwenden darf. Dadurch erlangt der evtl. noch ahnungslose Leser, eine Vorstellung.


E.Cuniculi

Encephalitozoon Cuniculi ist ein parasitärer Einzeller, der sich gerne im zentralen Nervensystem, in den Nieren und in den Augen ansiedelt. Auch andere Organe können betroffen sein.  Symthome, wie z. Bsp die Kopfschiefhaltung, kommen sehr oft vor. Diese können aber auch von anderen Krankheiten herrühren, wie z. Bsp. von Ohrentzündungen ( Otitis ). Die Krankheiten werden manchmal verwechselt, da sich die Art, wie sie sich zeigen, sehr ähneln kann.

Desweiteren kann folgende Symthomatik auftreten:

  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Gleichgewichtsstörungen und Torkeln
  • das Drehen um die eigene Achse
  • Scannende Bewegungen mit den Augen und dem Kopf
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Uveitis ( Augenentzündung und Linsentrübung )
  • vermehrtes Ruhen und Teilnahmslosigkeit, Apathie
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Lähmungserscheinungen

Es müssen keinesfalls alle oder mehrere Punkte eintreten. Manche Tiere zeigen nur eins, der möglichen Symthome.

Das Kaninchen sollte von einem Tierarzt genau untersucht werden. Die richtige Diagnose ist extrem wichtig, damit das Tier nicht unnötig leidet und richtig behandelt wird. Bei E.C. wird in der Regel Panacur, Antibiotika und Vitamin B verabreicht. Kollodiales Silberwasser soll ebenfalls eine ünterstützende Wirkung haben, nicht nur bei E.C, da es gegen Keime wirkt. Persönliche Erfahrungen habe ich damit noch nicht, würde es aber ggf. ausprobieren, denn dem Mittel eilt ein durchaus guter Ruf voraus.

Viele Tiere sind Träger und somit auch Überträger des Erregers, ohne zu erkranken.

Ein gutes Immunsystem hat die Erreger im Griff. Stresssituationen können das Kaninchen allerdings schwächen, dadurch die Vermehrung der Parasiten begünstigen und somit die Krankheit zum Ausbruch bringen.

Stress kann bedingt sein, durch eine Vergesellschaftung oder einen Wechsel der Umgebung, Behandlungen anderer Erkrankungen (dadurch ständiges Greifen und Hochheben ) - es gibt viele Faktoren. Ein durch Krankheit oder Alter des Kaninchens ohnehin geschwächtes Immunsysthem, bietet eine gute Angriffsfläche für E.Cuniculi. Ein schnellstmöglicher Beginn der Behandlung verbessert die Chance auf Genesung.  Durch die starke, körperliche Einschränkung, die E.C. mitsich bringt, sollte das Tier so untergebracht werden, dass es sich nicht verletzen kann- also quasi behindertengerecht.

Sollte das Tierchen sich aufgeben und nicht mehr trinken und fressen, muss es mit Päppelbrei ernährt werden, damit die Verdauung nicht zum Erliegen kommt. Dies würde schnell zum Tod führen.

An E.C erkrankte Kaninchen brauchen viel Wasser.

 

Siehe Gesunheitstagebuch.

Bei einem meiner Tiere besteht zur Zeit der Verdacht auf EC.

Aufgefallen ist das durch einen speziellen, erhöhten Blutwert, der explizit bei parasitären Infektionen ansteigt.

Sonst hat das Häschen noch keine Symthome gezeigt, außer häufigeres Ruhen, eine Schmerzreaktion beim Abtasten der Nierengegend und gelegentlich stärkere Atmung. Behandlung mit Panacur über 3 Wochen wurde bereits durchgeführt. Dem Kaninchen geht es an sich gut. Es bleibt unter Kontrolle durch gelegentliche Blutuntersuchungen. Der Blutwert zeigt lediglich, dass der kleine Körper sich massiv wehrt. Ich bin froh, dass ich zeitig erkannt habe, dass etwas nicht stimmt. Somit kann ich sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten sich weitere Symthome zeigen- ich bin gewappnet.

 

Ein krankes Tier aus seiner Gruppe zu entfernen, macht keinen Sinn. Oft ist das Kaninchen schon länger Träger des Parasiten. E.C. verbreitet sich über infektiöse Sporen im Urin. Somit sind andere Häschen, in der Nähe des Patienten, wahrscheinlich ebenso infiziert. Die Sporen sind sehr resistent und überleben lange in der Umwelt.

 

Ausführlich berichtet Saskia vom Kaninchen-Clan über die Behandlung und den Verlauf dieser Krankheit. Auf den Fotos unten siehst du zwei ihrer E.C. Patienten. Oben links Kaninchen mit schiefem Kopf. Oben rechts Häschen mit Uveitis/ Linsentrübung. Unten links und mitte krankes Tier in Gesellschaft.  Ein einsames Kaninchen verliert den Lebenswillen. Deshalb ist die Isolation aus der Gruppe kontraproduktiv für die Genesung. Den unten gezeigten Tierchen geht es den Umständen entsprechend gut, Dank der sehr liebevollen Versorgung im Kaninchen-Clan.

Danke Saskia, dass ich die Fotos hier zeigen darf.

 

 

Sollte dein Kaninchen erkrankt sein, wünsche ich gute Besserung! Bring es bitte zum Tierarzt, wenn Probleme auftreten.