Gesundheitstagebuch

 

 

Wenn eins meiner Tiere erkrankt, werde ich hier eintragen, wie es sich äußert und wie behandelt wird. Du kannst dann lesen, wie sich eine Krankenversorgung gestaltet und wie langwierig und emotional, teilweise auch belastend, eine Behandlung unter Umständen sein kann. Schließlich sorgt man sich um die kleinen Rabauken. Und manchmal denke ich mir, wenns läuft dann läufts. Es gibt Zeiten, da löst ein Unglück das Andere ab.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle gilt der gesamten  TA Praxis Dr.Tholen in Braunschweig, insbesondere der Tierärztin Frau Tina Marie Hämpke. Ich fühle mich dort immer gut aufgehoben und beraten.

 

2019

Hermines Krebs

Es liegt schon etwas länger zurück....Frühjahr 2019. Bevor ich anfing, diese Homepage zu erstellen und dieses  Tagebuch zu führen.

Deshalb ist dieser Eintrag auch nicht mehr so genau. Ich möchte aber trotzdem, von dem extremen Fall berichten:

 

Hermine war ein kleines Findelkind, welches ich vor 3 Jahren von einer Bekannten übernahm. Sie saß eines Tages bei ihr auf der Terrasse und ließ sich einfangen. Sie lebte dort viele Jahre, bis ich sie bekam. Hier war sie fortan nicht mehr allein. Hermine ist inzwischen mindestens ca 9 Jahre + ( Stand 2020).

Im März 2019 wollte ich sie routinemäßig untersuchen... Öhrchen, Krallen etc. Wie man das ab und zu so macht. Hermine ist ein kleines Fellmonster, muss man dazu sagen. 2/3 Fell und 1/3 Kaninchen :-)

Als ich sie hochnahm und anfing sie abzutasten, bemerkte ich eine riesige, knubbelige Geschwulst. Die lag zwischen den Vorderbeinchen, im langen Fell verborgen, völlig unsichtbar.

Das Ding war, ungelogen, so groß wie ein Tennisball. Es zog sich sogar bis in den rechten Oberschenkel hinein.

Ich, kreidebleich vor Schreck, hab alles fallen lassen und rief sofort den Tierarzt an, wo ich unverzüglich dran kam.

Wie konnte mir DAS entgangen sein???

Mein Gewissen nagte an mir, weil ich dachte, ich sei zu nachlässig gewesen. Hätte ich sie doch noch öfter genauer angeschaut!

Andererseits, sah sie immer putzmunter aus und ich fange sie nur ein, wenn es sein muss. Zur gelegentlichen Kontrolle wegen der Krallen oder zur Medikamentengabe, wenn nötig.

Der Tierarzt nahm mir dieses dumme Gefühl, denn er sagte, sowas wächst rasant schnell. Innerhalb kurzer Zeit, kann ein Tumor Ausmaße wie diese annehmen.

Nun hatten wir folgende Optionen:

1. Operieren, weil sie sonst noch sehr fit ist.

2. Nur mit Schmerzmitteln behandeln, falls sie Schmerzen hat und den Dingen ihren Lauf lassen. Einschläfern sobald sie sich quält.

3. Gleich einschläfern.

 

:-(

 

Ich wollte ihr die Chance geben, gesund zu werden und zu leben. Einschläfern lassen, kann ich sie immer noch, wenns schlimm wird oder wenn der Tumor nach der OP wieder kommt. Der TA war zwar meiner Meinung, aber dennoch durchaus skeptisch, wegen der Größe des Geschwürs.

Gesagt, getan. Hermine wurde operiert. Sie hatte danach einen komplett rasierten Bauch und die Brust war auch nackt. Selbst das Beinchen war haarlos. Eine riesige Naht, prangte nun auf ihrem zarten Körper. Meine arme Maus. Jetzt sah man erst genau, wie zerbrechlich klein sie ist.

Sie wurde mit Antibiotika, Bene Bac und Schmerzmitteln behandelt. Nahrung nahm sie glücklicherweise selbstständig auf, wobei sie durch eine Halskrause behindert wurde. Diese nahm ich ihr recht bald ab und zog ihr eine aufgeschnittene Socke an. Die saß 1A, wie ein Strickpullover. So konnte Herminchen nicht so leicht an der Naht knabbern und ihr nacktes Bäuchlein wurde außerdem gewärmt. Ich musste natürlich darauf achten, dass sie sich nicht auszog. Aber sie war brav. Die Halskrause hinderte das Tier an der Aufnahme des Blinddarmkots und an der Möglichkeit, sich zu putzen. Die Schlafkrümel in den Augenecken musste ich vorsichtig entfernen. Selbst beim Fressen und Trinken hatte sie Probleme mit dem dummen Teil. Deshalb- weg mit dem Trichter- Ding.

Ihr Krankenlager bekam sie in der Gartenhütte, in einem großen Quarantänekäfig, auf sauberen Tüchern. Dort musste sie nun genesen, leider getrennt von den anderen Kaninchen. Eine bessere Möglichkeit, sie geschützt unterzubringen, hatte ich nicht. Im Gehege, auf dem Rindenmulch, konnte sie mit dieser schlimmen Wunde leider nicht bleiben. Das wäre zu gefährlich gewesen, wegen der vielen Keime, die sich darin tummeln. Das Risiko einer Wundinfektion, war zu hoch. Die Wundhöhle war riesig. Etwas rötliche Wundflüssigkeit tropfte ab und zu heraus, was normal ist.

Der Käfig war, für diese Zeit, kein schöner- aber immerhin sicherer und sauberer Ort. Der Zweck, heiligt halt manchmal die Mittel. Sie sollte sich ohnehin nicht viel bewegen, um die Naht zu schonen. Weniger Platz war also, in diesem Fall, durchaus erwünscht. Mitleid, hatte ich trotzdem, weil sie allein war.

Ein zweites Tier mit in den Käfig zu stecken, wäre unzumutbar gewesen. Auch, wenn dieser recht groß ist. Was für ein Unglück!

Sie ins Haus zu holen, hätte bedeutet, dass sie sich an die Zimmertemperatur gewöhnt hätte. Somit hätte ich sie bis zum Frühjahr drin behalten müssen, bis es draussen  warm genug gewesen wäre, damit sie sich nicht erkältet. Ich wollte sie aber so schnell wie möglich wieder in die Gruppe lassen. Ich dachte- halt durch, kleine Hermine, alles wird wieder gut!

 

Der erste Veruch, sie nach gut 3 Wochen zurück zu den anderen Häschen zu setzen, ging volle Pulle in die Hose. Ihre Narbe riss, bei der Neu- Vergesellschaftung, ein Stück auf und musste nochmals getackert werden. Sowas Blödes!!

Das hieß, weitere 3 Wochen Isolation, bis die Haut dick genug war. Dann endlich ein neuer, erfolgreicher Versuch, Hermine wieder in die Gruppe zu integrieren. Gott sei Dank, es hat geklappt.

Die kleine Oma, wie wir sie liebevoll nennen, war zurück!

Fast ein Jahr später, tobt Hermine draussen herum und ist gesund. Der Tumor kam nicht zurück, was nun sehr oft kontrolliert wird. Einziges Handicap- sie kann das rechte Beinchen nicht ganz strecken. Die Haut musste, an der Stelle, so extrem straff zusammen gezogen werden, dass es immer noch spannt. Ich glaube, da sie alt ist, ist die Haut nicht mehr so elastisch. Sonst geht es ihr gut und sie ist aktiv und neugierig.

Ich habe also richtig entschieden, es zu versuchen. Ich bin froh darüber. Schließlich hoffe ich, dass Herminchen steinalt wird. Ohne den Eingriff, wäre sie garantiert, innerhalb weniger Wochen nach der Entdeckung, gestorben. Die letzte Reise über den Regenbogen, kann nun doch noch aufgeschoben werden.

Leider habe ich von dem Fall keine Fotos gemacht, denn ich hatte zu dem Zeitpunkt selber noch keine Ahnung, dass diese Homepage entsteht. Ein Tumor, groß wie eine Männerfaust- und Hermine war stärker. Man sieht, auch das scheinbar Unmögliche, kann möglich sein.

Kleine Oma
Kleine Oma

06.10.2019

Bibo sitzt in der hintersten Ecke des Stalls. Kommt auch nicht zum Vorschein bei der Raubtierfütterung. Bibo ist der Dickste von allen Bewohnern....komisch...wenn DER nicht fressen möchte, stimmt was nicht. Er knirscht mit den Zähnchen und hat sein Auge zu ( er hat nur noch eins).

Ich untersuche ihn. Taste den Kiefer ab, schaue in die Öhrchen und kontrolliere, ob ich Verletzungen feststellen kann. Das Bäuchlein ist relativ prall und gluckert laut.

Ich beobachte... Überlege ob ich päppeln soll. Lieber nicht, man weiß ja nicht, warum er nicht frisst.

17:30 Anruf beim TA. Die Lage bessert sich nicht. Gott sei Dank sind die Ärzte immer da, auch Sonntags.

Diagnose nach Röntgen:  Magenüberladung und ein dunkler Schatten auf der Lunge. Gut, dass ich nicht gepäppelt habe. Der Magen ist übervoll.

Behandlung: Dimeticon- alle 2 Stunden 5ml, Flüssigkeit gespritzt, Antibiotikum Marbocyl gespritzt, Schmerzmittel Metacam gespritzt.

Zu Hause Dimeticon um 21 Uhr und um 23 Uhr nochmal. Bibo sitzt und putzt sich. Gutes Zeichen. Denke nicht, dass ich in der Nacht Medizin geben muss.

 

07.10.19

Dimeticon- verabreicht um 6:30 Uhr

Mit Bibo zur Kontrolle um 8:00 Uhr. Bauch fühlt sich viel besser an. Weiter Dimeticon und Antibotika - Marboxyl 15mg täglich. Er braucht viel, weil er so schwer ist. In 14 Tagen soll nochmals die Lunge geröntgt werden. Hoffentlich ist der Schatten dann weg. Es könnte auch ein Tumor sein, man sieht es schlecht- ich hoffe nicht.

Bibo kann heute nicht geimpft werden, weil er Antibiotika nimmt. Das wäre alles zuviel, für seinen Organismus.

Bubi, Inge und Hermine werden gegen Myxomatose geimpft.

Bubis Zahn ist schon wieder einen Kilometer lang. Muss auch gleich mit gekürzt werden.

13:30 Hermine ist ganz ruhig. Ich hoffe, die kleine Oma verträgt die Impfung. Bibo fängt an zu fressen. Habe ihn an der Schale mit den Kräutern beobachtet. Gut, dass ich heute frei habe. Kann alles im Blick behalten.

20:30 noch ein letztes Mal für heute Dimeticon. Kohlrabiblätter werden vernascht. Hermine scheint auch ok zu sein. Gut, dann haben wir alles im Griff. Werde nachher nochmal nach meinen Schätzen sehen, bevor ich schlafen gehe.

 

08.10.2019

Setze jetzt einfach die Behandlung mit Antibiotika und zusätzlich Pro Pre Bac zur Stabilisierung der Darmflora fort. Bibo futtert ganz normal mit den anderen Häschen.

 

11.10.2019

5:30 Uhr Bibo geht es wieder schlecht. Verkriecht sich. Kommt nicht zum Fressen. Hat scheinbar wieder Bauchweh.

Ich gebe Dimeticon 5ml und zwei Tropfen Metacam mit Wasser, welches ich in einer Spritze aufziehe.

6:30 erneut Dimeticon.

Bevor ich zur Arbeit fahre, werde ich nochmal nachsehen und etwas verabreichen. Das Dumme ist, heute ist niemand da, der den Dicken beobachten kann.

Ich sehe mich heute Abend schon wieder beim Notdienst sitzen :-(

13:00 Uhr wird Dimeticon gegeben und der Bauch massiert. Das tut ihm scheinbar gut. Um 19:00 Wiederholung. Bibo futtert etwas von den Kohlrabiblättern. Mal sehen, wie es morgen aussieht.

 

13.10.2019

Bibo hat Durchfall. Ich vermute, vom Antibiotikum. Ich werde es absetzen.

 

14.10.2019

10:00 Uhr Ingeborg geht es schlecht. Sie liegt in der Ecke, lässt sich einfach greifen. Das ist ungewöhnlich. Kullern im Bauch.....oh nein, bitte nicht ! Dimeticon und Pro Pre bac.

Später, nach Abtasten des Bäuchleins mit ca 10 ml Critical Care gepäppelt. Trau mich nicht, mehr zu geben....lieber nicht. Bauchmassage. Sie sieht echt schlapp aus.

 

12:00 Uhr Nochmal Dimeticon. Pro pre Bac für die Darmflora.

13:00 Uhr Ingeborg frisst Wiese und hoppelt normal herum.

Scheinbar normalisiert sich alles.

 

16.10.19

10:00 Uhr  Ingeborg sieht wieder schlapp aus. Wieder Dimeticon, Bauchi massieren.

12:00 Uhr Tierarzt, Inge bleibt da. Kann sie auch am Abend nicht abholen, es geht ihr echt schlecht. Die Temperatur ist niedrig. Sie bekommt Infusionen, Schmerzmittel, etwas das die Gase auflösen soll. TA ist skeptisch.

 

17.10.19

7:30 Uhr und ich warte, dass ich um 8:00 endlich beim TA anrufen kann. Mache mir Sorgen um meine Inge-Maus.

Endlich geht jemand ran. Sie hat, laut Arzthelferin, einen viel flacheren Bauch. Hat auch schon gefuttert. Sie darf im Laufe des Tages abgeholt werden. Ca 16:00 Uhr Abholung durch meine Tochter. Inge soll viel Heu futtern. Weiter Medikamente nach Bedarf und Rodicare.

20:45 Uhr bin ich zu Hause. Ich schaue gleich nach meiner Süßen.

Ingeborg, ich bin froh. Ich dachte nämlich schon, du willst über den Regenbogen hoppeln. Gott sei Dank bist du hier, meine Kleine.

Die Regenbogenbrücke muss noch warten.

Im Gehege steht übrigens ein Ginkgo Bäumchen. Dieser wurde von den kleinen Ganoven angefressen. Evtl. ist das der Grund des ganzen Übels.

Auf dem Röntgenbild unten sieht man den vollen Magen. Der Nahrungsbrei kann nicht weiter transportiert werden und das führt somit zu einer sehr schmerzhaften Überladung.

 

Vielen Dank an die Praxis Dr.Tholen, die mir diese Aufnahme von Ingeborg zur Verfügung stellt.

 

 

29.10.2019

17:30 Uhr  Bibo wird geimpft und zur Kontrolle geröntgt. Der Schatten auf der Lunge ist größer geworden. Die Ärztin ist sich sicher, dass es ein Tumor ist. Wir warten nach der heutigen Impfung eine Woche ab. Dann beginnen wir mit Cortison. Wenn wir Glück haben, schrumpft der Tumor oder wächst nicht weiter, sofern er gutartig ist.

Wenn er bösartig ist, kann ich es meinem Bibo nur noch so angenehm wie möglich machen, bevor er seine letzte Reise antritt.

Ich kann mich seelisch darauf einstellen. Aber im Moment bin ich einfach nur traurig...Ich hoffe, dass alles gut wird.

 

08.11.2019 

Beginne bei Bibo mit der Gabe von Cortison.

 

 

14.11.2019

10:30 Uhr mit Bubi zum routinemäßigen Zähnchenkürzen. Dabei spreche ich an, dass Bubi sehr oft ruht, japst beim Atmen und dass er ein Pfötchen  vorne lang ausstreckt. Hinweis auf Schmerzen?

Frau Hämpke (Ärztin in der TA Praxis Tholen) untersucht ihn gründlich. Auf das Abtasten des Bauchs und der Flanken, folgt eine Schmerzreaktion. Röntgen und Blutentnahme. Die Aufnahme zeigt nichts Auffälliges. Allerdings ist einer der Nierenwerte stark erhöht. Dieser steigt in der Regel bei E.Cuniculi an.

Der Parasit nistet sich nicht nur im zentralen Nervensystem ein, sondern auch gerne in den Nieren. Der erhöhte Wert könnte ein Hinweis sein, dass Bubi Träger des Erregers ist und dieser sich grade vermehrt.

Also behandeln wir ab sofort 3 Wochen lang mit Panacur, einem Mittel gegen Parasiten. Danach muss eine Kontrolluntersuchung stattfinden. Noch kein zusätzliches Antibiotikum und auch noch kein Vitamin B, da er weitestgehend ohne Symtome ist. Ich hoffe dass es, wenn es EC ist, nicht schlimm wird. Vielleicht zahlt sich gute Beobachtung wieder einmal aus und wir können früh genug gegensteuern. Mein Bubi, mein süßer Sonnenschein, alles wird gut. Wir haben schon so oft zusammen gekämpft- und bisher jedes Mal gewonnen.

 

05.12.2019

um 17 Uhr Termin mit Bubi, zur erneuten Blutkontrolle und routinemäßigem Zähnchenkürzen. Gestern habe ich ihm die letzte Dosis Panacur gegeben. Ich werde fragen, ob wir die Behandlung noch um eine Woche verlängern sollen. Bubi wirkt wieder etwas mobiler. Manchmal hoppst er herum und freut sich. Das ist ein gutes Zeichen.

Bibo, meinen Dicken, nehme ich heute gleich mit, damit wir schauen können, ob sein Tumor gewachsen ist. Vielleicht konnte die Gabe von Cortison das Wachstum verlangsamen oder sogar stoppen...ich hoffe es!

Ca 17:30 Uhr Diagnose: Bubis Blutwert hat sich weiter verschlechtert. Jetzt heißt es: den kleinen Mann gut im Auge behalten. Sollte er Symthome zeigen, muss erneut Panacur gegeben werden.

Bibos vermeintlicher Tumor ist kleiner geworden. Er sieht aber, von den Umrissen her, merkwürdig aus. Es kann auch vorgefallener Darm sein. Evtl doch kein Tumor?? Um das herauszufinden, muss Bibo Kontrastmittel bekommen, das sich dann im Verdauungstrackt verteilt. So kann man auf den Röntgenbildern mehr erkennen. Allerdings erst in ca 4 Wochen. Bis dahin weiter Cortison.

 

30.12.2019

um 14:15 Uhr routinemäßiges Zähnchenkürzen mit Bubi und Blutkontrolle wegen des Verdachts auf E.C.

Wert klettert weiter. 1. Bluttest 15%, 2. Test 23%, heutiger 3. Test 30%.

Dieser Wert ist ein Indiz dafür, dass das Immunsystem  auf Hochtouren arbeitet. Der kleine Körper kämpft. Es geht ihm augenscheinlich aber gut....MEIN BUBI :-)


2020

Und es geht schon wieder los...

05.01.2020 

Biba geht es schlecht. Sie hat ein dickes Bäuchlein und versteckt sich.  Mehrfach Dimeticon und  2 Tropfen Metacam, verdünnt mit Wasser. Alle 2 Stunden Kontrolle und Bauchmassagen. Mehrere meiner Kaninchen haben Matschkot.

Was ist das wieder? Am 07.01. muss Bibo zur Kontrolle, wegen des Tumors...übermorgen. Ich werde bei der Gelegenheit Biba gleich mitnehmen und Kotproben abgeben. Ich vermute Kokzidien. Dann müssten alle Häschen behandelt werden. Sollte sie morgen allerdings noch so durchhängen wie heute, muss ich gleich nach der Arbeit mit ihr zum TA.

Sie hat ausserdem kleine Entzündungen in den Ohrlappen, die ich beobachte. Alle sind geimpft, aber das heißt ja nicht, dass nicht trotzdem eine Myxomatose auftreten könnte. Bitte nicht! Ok...nein...ich sollte nicht vom Schlimmsten ausgehen... aber Ruhe bewahren ist nicht immer so leicht.

 

06.01.2020 

Biba läuft im Gehege herum. Wenigstens was...

Am Abend, nach der Arbeit, kontrolliere ich sie genau. Reinige ihre Öhrchen mit Ohrreiniger und schneide ihre Krallen. Das Geschlechtsteil ist gerötet. Etwas Ausfluß hat sie auch. Ich reinige sie gründlich mit feuchten Tüchern, damit sie fein ist für den morgigen TA - Besuch. Mache mir Sorgen. Sie hasst es, so festgehalten und angefasst zu werden. Arme Biba. Ich hab keine Ahnung, was hier los ist.

 

07.01.2020

Besuch beim TA. Bibos Tumor wächst. Nach der Gabe des Kontrastmittels, konnte man auf der Röntgenaufnahme gut sehen, dass es nichts vom Darm ist, sondern definitiv ein Tumor. Dieser ist inzwischen so groß, dass er die Luftröhre leicht anhebt.

Wenn ich in Kürze feststelle, dass es ihm schlechter geht und er sich quält, muss ich eine Entscheidung treffen- mein Herz schmerzt. Aber ich will auf keinen Fall, dass er leidet.

Biba scheint keine Myxomatose zu haben, sondern sehr wahrscheinlich Kaninchensyphilis. Wenn bis zum Ende der Woche die Vulva noch so gerötet ist, müssen wir davon ausgehen. Die Symthome sind denen der Myxomatose tatsächlich etwas ähnlich. Dann soll 5 Tage in Folge Penicillin gespritzt werden. Ich werde einige Tage zusätzlich kollodiales Silberwasser ausprobieren, indem ich ihre Öhrchen damit reinige und ihr Geschlechtsteil abtupfe.

Fazit zum Silberwasser: ich konnte, in diesem Fall, leider keine Besserung feststellen. Zu Mindest in den Öhrchen, hatte ich das erhofft- schade.

 

13.01.2020

Kontrolle beim Tierarzt. Erstmal röntgen, um Bibas Gebärmutter anzuschauen. Diese ist sehr stark vergrößert und durch die Bauchdecke tastbar. Normlerweis ist das Organ so klein, dass es auf  Röntgenaufnahmen, laut Tierarzt, kaum zu sehen ist. Daher kommt evtl der Ausfluß, den sie hat. Eine Kastration wird unumgänglich.

Die Penicilinbehandlung gegen die Kaninchen Syphilis beginnen wir heute auch, bis einschließlich 17.01.2020. Zusätzlich bekommt sie Bene Bac, um die Darmflora aufrecht zu erhalten. Sie hasst mich dafür, dass ich sie dauern fangen muss, um sie zu behandeln. Sie wehrt sich, mit vollem Körpereinsatz. Das Schlagen mit den Hinterläufen, ist dabei eine sehr effektive Methode, den Feind abzuwehren (als solchen betrachtet sie mich scheinbar ) - ich habe wirklich Respekt vor den Krallen! Kaninchen haben kräftige Hinterläufe, in denen viel Wucht steckt. Ich muss dolle auf mein Gesicht und auf meine Augen aufpassen, während ich sie verarzte. Sie ist ein wildes, kleines Ding :-), meine süße Biba.

 

17.01.2020

Die Behandlung mit Penicilin ist beendet. Die Öhrchen sollen noch mit einer antibiotischen Salbe behandelt werden. Und noch einige Tage Bene Bac für den Darm. Ich soll die Sache im Auge behalten. Wird gemacht.

 

27.01.2020

Bubis Backenzähnchen werden unter Narkose gekürzt. Gegen 18 Uhr kann ich ihn abholen. Alles ist gut verlaufen. Zu Hause versteckt er sich. Er hat die Nase erstmal voll. Man sieht ihm an, dass er völlig fertig ist.

 

 

Meine Güte, was tut man nicht alles, für die geliebten Tierchen. Wir sind Dauergäste in der Praxis Tholen... Mann oh Mann

Trotzdem denke ich manchmal, es reicht nicht.

 

 

18.02.2020

Bubi muss wieder zum Zähnchenkürzen. Dabei stellt die Arztin fest, an den Backenzähnen sind schon wieder Spitzen. Es ist doch erst 3 Wochen her! Er kann doch nicht ständig in Narkose!

 

 

05.03.2020

Bubi war wieder beim Zahnarzt.

Ich habe meinen Bibo heute früh zitternd und taumelnd vorgefunden. Der Krebs hat gewonnen. Mein Dickerchen wurde heute um 10:30 Uhr erlöst. Er hat ein Plätzchen im Garten und für immer in meinem Herzen.

 

 

30.03.2020

Sorge um Hermine!

Sie macht leise Quiekgeräusche und signalisiert mir: bitte nicht anfassen!

Eigentlich lässt sie sich gerne streicheln. Ich habe einen bösen Verdacht. Ich kann nichts ertasten, aber ich glaube, es könnte wieder Krebs sein, an einer anderen Stelle im Körper. Wenn das so ist, hat sie noch ein Jahr geschafft, nach der OP. Ich werde sie nicht quälen und ihr erneut die Tortur einer großen Operation zumuten, denn sie ist schon alt. Ich hoffe, dass ich mich irre.

Ich habe ihr vorsichtshalber ein Schmerzmittel gegeben und ich fahre morgen mit ihr zum Tierarzt. Schnuffel ist so ruhig, der kommt auch gleich mit- einmal in die Öhrchen gucken, zur Kontrolle. Und Bubi zum Zähnchenkürzen.

 

31.03.2020

Bubis Zähnchen wurden gekürzt, in absehbarer Zeit sind auch die Backenzähnchen wieder dran.

Schnuffel und Puffel haben eine Ohrenentzündung. Die Ohren werden täglich mit Epiotic Ohrreiniger (Foto unten) gespült und in 14 Tagen wird kontrolliert. Da die beiden Widder sind, war das früher oder später zu erwarten. Meistens passiert das nicht bei jungen Kaninchen, sondern erst, wenn sie etwas älter werden. Zur Sicherheit, behandel ich alle meine Widder damit. Also auch Inge und Biba-  Biba hatte schon einmal was an den Ohren.

 

Hermine hat augenscheinlich keinen neuen Krebs, sondern die Maus hat Rückenschmerzen. Sie hat eine altersbedingte Arthrose entwickelt. Sie bekommt jetzt erstmal täglich ein Schmerzmittel, damit sie sich ein wenig entspannen kann, die arme Kleine. Dazu RhodiCare Artrin, 2.Foto unten.

 

01.04.2020

Alle Widder  wurden mit Ohrreiniger behandelt. Hermine hat Schmerzmittel bekommen und dazu eine Rückenmassage. Die hat sie sich gerne gefallen lassen. Sie schien auch nicht ängstlich zu sein.

Puffel hat bei der Ohrbehaldlung meine Hände geschleckt....der Süße, ich liebe ihn so sehr.

Schnuffi war auch recht brav. Er mag es nicht, aber er erträgt es ganz geduldig.

Biba ist etwas Widerspenstig, wie gewöhnlich. Aber auch bei ihr hat es geklappt- sie hasst mich, ich weiß es. Sie hasst uns Menschen alle.

Dabei kann ich mir nicht erklären, wieso eigentlich. Ich schiebe es mal darauf, dass sie eine echte Diva ist . 

Der Ohransatz wird mit vorsichtigem Druck massiert, damit sich das Sekret im Gehörgang durch den Reiniger etwas verflüssigt. Wenn sich das Tier nach der Behandlung schüttelt, um die Flüssigkeit aus den Ohren zu schleudern, kommt hoffentlich alles mit heraus, was nicht hinein gehört. Schmutz, Ohrenschmalz und alles, was einen Nährboden für böse Bakterien und Pilze bildet. So ist der Plan und diese Prozedur wiederholen wir jetzt Tag für Tag.

 

04.04.2020

Puffel hat sich die Haut unter den Öhrchen Wund gekratzt. Also  betupfe ich die Stellen mit Bepathen Salbe. Wir spülen jetzt auch mit Kochsalzlösung.

Genaueres zur Behandlung der Ohrenentzündung + Rezept für Kochsalzlösung zum Spülen unter Krankheiten Fotos

 

07.04.202

Wieder mit Puffel zum Tierarzt. Termin 17:45

Die wunde Stelle unterm Ohr wird schlimmer. Evtl juckt es stark, da das Ohrenschmalz durch die Spülungen aufweicht. Ich meine auch, es bildet sich eine stärkere Wölbung.  Schmerzmittel habe ich bereits gestern verabreicht und die Krallen gekürzt.

Werde ihm heute auch etwas Metacam geben. Der Schädel wurde geröntgt und wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Entzündung noch nicht im Mittelohr ist. Das ist gut. Somit können wir es wagen, Ohrentropfen zu geben. Diese dürfen allerdings auf keinen Fall abgeleckt werden. Weder Puffel selbst, noch eins der anderen Kaninchen darf das Zeug oral aufnehmen. Das ist kompliziert und bedeutet, ich muss ihn separieren. Heute macht es die Tierärztin und zeigt mir, wie es funktioniert. Kaninchen haben zum einen den Gehörgang und daneben eine kürzeren Blindgang. Es gilt, den Richtigen zu treffen. Zu Hause muss Puffel zur Sicherheit in einen abgetrennten Abteil im Gehege, bis morgen früh.

 

08.04.2020

Hermine bekommt eine Rückenmassage und genießt es offensichtlich. Sie knispelt mit den Zähnchen.

Schnuffel und Biba spüle ich die Ohren nochmals mit Kochsalzlösung. Puffel und Schnuffi erhalten zusätzlich etwas Metacam, weil sie beide so ruhig sind. Glücklich sehen sie nicht aus, denn die Öhrchen tun sicher weh. Mal schauen ob Schnuffel ebenfalls die Ohrentropfen bekommt, wenn Puffel die Behandlung erfolgreich abschließt.

Wir behandeln am Abend wieder damit und Puffel muss danach, wie letzte Nacht, in seinen separaten Bereich. Erst morgen früh darf er zurück zu den anderen. So machen wir das jetzt die ganze Woche.

Das Verabreichen der Ohrentropfen ist ein Spagat. Ich brauche eine zweite Person, die ihn fixiert.

Er ist aber heute, wider Erwarten, recht brav- Gott sei Dank. Es geht nichts daneben, was er abschlabbern könnte. Die Tierärztin hat mich ausdrücklich gewarnt und gesagt, ich soll unbedingt sehr sorgfältig sein. Für heute haben wir es geschafft.

 

09.04.2020

Puffel hat die zweite Nacht alleine gut überstanden. Er hat sich in seine Kuschelhöhle gekuschelt und das schien ok zu sein. Na ja...blöd ist es schon, aber er kann das aushalten. Es ist ja nur für eine Woche.

Etwas Metacam für beide Ohrenpatienten.

Die Behandlung haben wir auch am heutigen Abend gut hinbekommen.

 

15.04.2020

Fahre mit Hermine, Ingeborg und Bubi zum Impfen.

Inges Öhrchen sind fein. Das lassen wir gleich bei der Gelegenheit kontrollieren, weil sie ebenfalls ein Widderchen ist.

Schnuffel ist heute nochmal mit dabei, weil ich gerne seine Öhrchen röntgen lassen möchte. Die Aufnahme ist in Ordnung und zeigt keine schlimmen Veränderungen im Ohr. Also spülen wir einfach weiter regelmäßig.

 

07.05.2020

Bubis Zahnsanierung ist fällig. Heute sind auch die Backenzähnchen dran, wo sich inzwischen wieder Haken gebildet haben. Ich hab immer Angst, wenn er dafür in Narkose gelegt werden muss. Ich werde ihn gegen 17 Uhr abgeben und morgen früh wieder abholen.

Das Spülen der Ohren bei Puffel und Schnuffel geht nach wie vor in Abständen, alle Paar Tage, weiter. Ob eine Besserung eintritt, muss sicher in einigen Wochen nochmal vom TA nachgesehen werden. Wir bleiben dran.

20:34 Uhr Anruf vom TA. Bubi ist wach und wohl auf...Gott sei Dank...mein Bubi

 

08.05.2020

Kurz nach 10 Uhr hab ich Bubi abgeholt. Noch Stunden nach der Entfernung des Verbandes von dem Ohr, an dem die Narkose gelegt wurde, hängt das Öhrchen. Es will sich gar nicht wieder aufrichten. Normalerweise dauert das nicht lange. Das Auge tränt auch ein wenig. Wurde hier evtl etwas verletzt?

 

09.05.2020

Der Tierarzt schaut sich das Problem nochmal an und vermutet eine Art Muskelkater, da das Ohr durch den Verband abgeknickt war- über Nacht evtl etwas lange. Ein Nerv sei unwahrscheinlich.

Wir sollen warten. Bubi bekommt ein Schmerzmittel, falls es ihm weh tut.

Sämtliche Recherchen im Internet über so einen Fall ergeben : NICHTS

Deprimierend.

11.05.2020

Ohr hängt immer noch. Es sind 4 Tage verstrichen und die Situation ist unverändert.

 

17.05.2020

Nach nunmehr 10 Tagen kann man sagen, dass das Ohr wieder etwas besser aussieht. Es steht so halbwegs wieder. Beim Hoppeln wackelt es allerdings rauf und runter und hat kaum Spannkraft. Ob sich das noch stabilisiert? Bubi ist ein absolutes Stehohr, normalerweise.

Update: nach sage und schreibe 3 Wochen steht das Ohr endlich wieder.

 

18.06.2020

Puffel geht es morgens gar nicht gut. Er kommt nicht zum "Frühstück" und versteckt sich in der Hütte, in der hintersten Ecke. Er macht die Augen zu und knirscht mit den Zähnchen. Das Schnäutzchen sieht spitz und angespannt aus- alles deutet auf Schmerzen hin.

Ich untersuche ihn, kann aber nichts finden. Ich rufe beim Tierarzt an und frage, ob ich im Laufe des Tages einfach schnell vorbei kommen kann. Ich bekomme von der Arbeit die Gelegenheit, ihn Vormittags zum TA zu bringen zu können.

Diagnose Magenüberladung. Auf dem angefertigten Röntgenbild ist das sehr gut sichtbar, aber es ist kaum tastbar. Der Bauch ist nicht so hart, wie man das erwarten würde.

Es war gut, sofort zum Arzt zu fahren. Bis zum Abend hätte er es evtl nicht überlebt, denn der Kreislauf kann total versagen. Puffel hat nur noch 35° Körpertemperatur und somit schon Untertemperatur. Die normale Temperatur eines Kaninchens liegt bei ca 39 °.

Ich fahre wieder zur Arbeit und Puffel bleibt über Nacht in der Klinik. Er bekommt eine Infusion, Dimeticon, Schmerzmittel und etwas zum Anregen der Darmtätigkeit. Später wird er gepäppelt. Abends gegen 21 Uhr telefoniere ich mit der behandelnden Ärztin noch einmal, um mich zu beruhigen. Puffel fängt schon an, sein " Hotelzimmer " umzuräumen. Das ist ein gutes Zeichen. Allerdings setzt er immer noch keinen Kot ab. Das muss auf jeden Fall abgewartet werden.

 

19.06.2020

Puffel kann abgeholt werden. Es geht ihm wieder besser. Er hat geköttelt, was bedeutet dass der Darm funktioniert.

Die Ohren wurden bei der Gelegenheit gleich mit geröntgt um zu schauen, ob die Otitis sich verschlimmert hat. Dies ist aber augenscheinlich nicht der Fall, Dank meiner Bemühungen und regelmäßigem Spülen der Ohren.

Die Rechnung ist wieder saftig, aber meinem Puffelmann geht es gut. Ein weiteres Leben, das gerettet wurde. Eins muss man ganz klar sagen: in so einer Situation besteht akute Lebensgefahr für ein Kaninchen, wenn man zu spät oder gar nicht handelt.